Krieg ist daDa
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    Krieg ist dada 2008  „Der Große Krieg – Es lebe die Republik”
   

 

„Der Große Krieg – Es lebe die Republik”

6. Juni – 22. November 2008

Kötschach-Mauthen, Villach, Arnoldstein (Österreich)
Gorizia, Piuma, Trieste, Duino, Redipuglia, Cividale (Italien)
Predel, Log pod Mangartom, Bovec, Kobarid, Tolmin, Nova Gorica, Sezana, Kal-Koritnica, Lepena, Soča, Trenta, Mojstrovka, Vrsič Pass (Slowenien)
Prora auf der Insel Rügen (Deutschland)

 

PROJEKTE 2008

“Der Große Krieg – Es lebe die Republik!“ (Zum Projekt 2008)
1917 und 1918 verschwinden die Monarchien in Europa, zu Recht!
Die Republik Österreich entsteht!

Werner Raditschnig (Musik) und Herbert Thomas Mandl (Libretto)
„Das Ziel der Verschollenen“
Toihaus Salzburg 6.-7. Juni 2008 jeweils 20.02

Symposion „Es lebe die Republik“ (Zum Symposion 2008)
neuebuehnevillach 26.-28. Juni 2008

Symposion
neuebuehnevillach 26. Juni 2008, 20 Uhr
Viktor Ullmann „Der Kaiser von Atlantis oder die Todt-Verweigerung“
Dokumentarisches Musiktheater

Symposion
neuebuehnevillach 27. Juni 10 Uhr – 13 Uhr und 15 – 18 Uhr
Vorträge von Dr. Hubert Steiner, Jürgen Rostock, Gerald Penz,
Alexander Spritzendorfer, Barbara Sauer, Gert Kerschbaumer,
Dr. Ingo Schultz und Herbert Gantschacher

Symposion
neuebuehnevillach 27. Juni 20 Uhr
„Krankheit Krieg“ - Szenen, Texte und Gedichte von Georg Trakl,
Georg Heym, August Stramm, Hugo Ball, Theo van Doesburg,
Paul Scheerbart und den italienischen Futuristen Marinetti, Corra,
Settimelli, Cangiullo, Chiti

Symposion
neuebuehnevillach, Treffpunkt 28. Juni 9 Uhr
Symposion mit Lokalaugenschein an Kriegsschauplätzen
in Triest, Duino und Cividale

Pevma / Piuma / Nova Gorica, KULTURNO DRUŠTVO ČEDERMAC
(Slowenien) 19.Juli 20.00
„Kriegswaisenkonzert“ (23. März 1918 Barcola/Triest) Programm
von Viktor Ullmann

Kötschach-Mauthen / Untere Valentinalm / Plöckenpass
15.August 20.30
„Krankheit Krieg“ - Szenen, Texte und Gedichte von Georg Trakl,
Georg Heym, August Stramm, Hugo Ball, Theo van Doesburg,
Paul Scheerbart und den italienischen Futuristen Marinetti, Corra,
Settimelli, Cangiullo, Chiti

Kulturhaus Arnoldstein 22 November 20 Uhr
Theodor Burkali „Es lebe die Republik!“

„Zeuge und Opfer der Apokalypse“ 18 Uhr
Ausstellungseröffnung im Dokumentationszentrum auf der Insel Rügen
(Deutschland) 3. September 18 Uhr

Dokumentationszentrum Prora auf der Insel Rügen, 30.Oktober 18:00 Uhr
Viktor Ullmann „Der Kaiser von Atlantis oder die Todt-Verweigerung“
Dokumentarisches Musiktheater



„Der Große Krieg – Es lebe die Republik”
Daten der Geschichte im Kontext von 1748 bis 2008

1748: Von Montesquieu erscheint „De l'esprit des lois“ (Vom Geist der Gesetze). Er fordert in der modernen Verwaltung des Staates die Gewaltenteilung.
In Aachen beginnen Friedensverhandlungen zwischen den streitenden Kriegsparteien im Österreichischen Erbfolgekrieg. Sie münden in den am 18. Oktober unterzeichneten Zweiten Aachener Frieden. Durch Russlands militärische Hilfe beendet der Aachener Friede den Österreichischen Erbfolgekrieg zugunsten Maria Theresias.

1758: Auf König Josef von Portugal wird ein Attentat verübt. Russische Truppen besetzen Ostpreußen. Der von Edmond Halley vorhergesagte Komet erscheint.

1768: Der Russisch-Türkische Krieg beginnt (endet 1774 siegreich für die Russen unter Katharina der Großen). In Boston gibt es wütende Proteste gegen die englischen Zollbehörden (1767 verabschiedete das Parlament die Townshendgesetze, die eine Steuer auf einige Grundbedarfsgüter erhob, die von den Kolonien importiert wurden, einschließlich Glas, Farbe, Blei, Papier und Tee. Koloniale Führer organisierten Boykotts dieser britischen Importe.).

1778: Gründung der ersten jüdischen Freischule in Berlin nach dem Bildungsprogramm der Haskala. In Nordamerika führen die Kolonisten den Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten, die Vereinigten Staaten von Amerika sind im Entstehen.

1788: Katastrophale Missernte im französischen Herrschaftsgebiet der Bourbonen. Die Unfähigkeit der Organisation des täglichen Lebens durch die den Bourbonenkönig Ludwig XVI. und seiner Frau aus dem Erzhaus Habsburg Marie Antoinette („Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Brioche essen.“) führt ein Jahr später zur Revolution in Frankreich und zum ersten Nationalstaat ohne Dynastie. Thomas Paine fordert in seinen Schriften bereits die Grundsicherung für alle!

1798: Französische Truppen unter der Führung Napoléons ziehen in Rom ein, lösen den Kirchenstaat auf und errichten die „Römische Republik”. In der Folge wird auch die Republik Venedig aufgelöst werden.

1808: Das "Schändliche Dekret" Napoléon Bonapartes schränkt die bürgerlichen Rechte der Juden ein. Napoléon versucht Europa unter seine imperiale Kontrolle zu bekommen. Metternich ist ein großer Förderer und auch Verbündeter des Korsen.

1818: Der Aachener Kongress der Großmächte Russland, Österreich, Preußen, Frankreich und Großbritannien beginnt. Die Herrscher und hochrangigen Vertreter ihrer Staaten beraten über Maßnahmen, um die revolutionär-demokratische Entwicklung in Europa zu bekämpfen (Dieser Kampf wird 1918 durch die Implosion der kriegführenden Monarchien beendet werden).

1828: Kaspar Hauser wird in Nürnberg aufgegriffen. Russland erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg, um so auch die Unabhängigkeitskämpfe der Griechen zu unterstützen.

1838: Die Londoner Konferenz beschäftigt sich mit den Folgen der belgischen Revolution und der Souveränität Belgiens. Im Jahr darauf wird Belgien neutral und von den europäischen Großmächten garantiert [dieser Garantiebruch 1914 durch das Deutsche Reich (mit Kriegserklärung) und Österreich-Ungarn (ohne Kriegserklärung) führt zum Kriegseintritt Großbritanniens].

1848: Die Unfähigkeit der europäischen Monarchien zur Organisation der Verwaltung ihrer Länder führt am ganzen Kontinent zu Revolutionen. Das Ziel dieser Bewegungen ist es, Demokratien zu errichten. Die Heiligen Allianzen der europäischen Dynastien bewähren sich. Die demokratischen Ziele der revolutionären Bewegungen in Europa werden militärisch niedergeschlagen. Besonders die Armee des Zaren zeichnet sich durch brüderliche Hilfe auch für die österreichische Herrscherfamilie aus. Das Erzhaus Habsburg macht eine familienpolitische Weichenstellung. Kaiser Ferdinand I. dankt ab, davor lässt er am 9. November noch den Demokraten Robert Blum hängen. Ein Jahr
später schmiedet der junge Kaiser mit dem russischen Zaren eine Allianz, um die ungarische Unabhängigkeitserklärung rückgängig zu machen. Das Unternehmen
funktioniert, Ungarn muss seine Ambition auf Unabhängigkeit aufgeben und im Verbund des Erzhauses Habsburg bleiben. Franz Joseph gelingt es somit, den ungarischen Brandherd unter Kontrolle zu bringen. Mit harter Hand greift der Sieger durch: 13 Generäle und 6 Zivilisten werden zu den Klängen des Kaiserliedes gehenkt beziehungsweise erschossen.

1858: Der Premierminister von Piemont-Sardinien Cavour schließt in Plombières-les-Bains einen Geheimvertrag mit dem französischen Kaiser Napoléon III. über einen Krieg gegen Österreich. Piemont soll große Teile Norditaliens erhalten und dafür Nizza und Savoyen an Frankreich abtreten (als Kompensation für den Verlust dieser Gebiete wird das Erzhaus Habsburg später das „Lombardei-Projekt“ am Balkan beginnen).

1868: Bei der letzten öffentlichen Hinrichtung in Wien stürzt eine für die Zuschauer errichtete Tribüne bei der volksfestähnlichen Veranstaltung ein. Durch ein Handschreiben von Franz-Joseph I. wird die österreichisch-ungarische Monarchie verfügt und eine neue Verfassung in Kraft gesetzt (die 1914 vor Beginn des Ersten Weltkrieges ausgesetzt ist, der Weg in den Krieg ist somit erleichtert).

1878: Im Frieden von San Stefano muss das Osmanische Reich sich einem für Russland günstigen Diktatfrieden beugen. Da der Machtzuwachs Russlands den Großmächten Österreich-Ungarn, Großbritannien und Frankreich zu weit geht, kommt es noch im gleichen Jahr zum Berliner Kongress. Bulgarien wird nach fast 500 Jahren osmanische Herrschaft wieder unabhängig. Die zum Osmanischen Reich gehörenden Provinzen Bosnien und Herzegowina werden der Militärverwaltung Österreich-Ungarns unterstellt. Das Erzhaus Habsburg beginnt somit an seinem „Lombardei-Projekt“ zu arbeiten (Kompensation der verlorenen oberitalienischen Gebiete durch Länder am Balkan, den das Erzhaus Habsburg als seinen natürlichen Vorhof der Macht ansieht). Nach einem Attentat auf Kaiser Wilhelm I. fordert Reichskanzler Otto von Bismarck ein Verbot der Sozialdemokratie.

1888: Der letzte Kaiser des Deutschen Reiches, Wilhelm II., besteigt nach dem Tod seines Vaters Kaiser Friedrich III. nach dessen dreimonatiger Herrschaft den Thron, zuvor ist Kaiser Wilhelm I. im Alter von 91 Jahren verstorben (Dreikaiserjahr). Vincent van Gogh das Bild „Die Brücke von Langlois“ in zwei Versionen und das Gemälde „Sonnenblumen“.

1898: In Teschen wird der Komponist Viktor Ullmann geboren. Der Roman „The War of the Worlds“ von H.G. Wells erscheint. Der französische Autor Émile Zola veröffentlicht seinen offenen Brief "J'accuse" (Ich klage an) zur Dreyfus-Affäre, der exemplarisch den Antisemitismus in Europa veranschaulicht (in der Monarchie des Erzhauses Habsburg konnten ja auch nur getaufte Juden Karriere machen).

1908: Das Erzhaus Habsburg feiert das sechzigjährige Thronjubiläum von Franz-Joseph I. Anlässlich seines Namenstages am 4.Oktober schenkt sich Franz-Joseph zu Regierungsjubiläum und Namenstag die zwei osmanischen Provinzen Bosnien-Herzegowina, die zum „Lombardei-Projekt“ des Erzhauses Habsburg gehören. H.G. Wells veröffentlicht seinen Roman „The War in the Air“, darin nimmt er „prophetisch“ den Beginn des Ersten Weltkrieges vorweg.

1918: Ende des Ersten Weltkrieges [begonnen 1914 von Österreich-Ungarn; Kaiser Franz-Joseph I.(„im Bewusstsein meiner schweren Pflichten“) und seine Administration nehmen die Morde von Sarajevo dafür als Anlass], die Monarchien der Habsburger,
der Hohenzollern und das Osmanische Reich werden aufgelöst; in Russland ersetzen die Bolschewisten (1917 mit deutsche Hilfe an die Macht gekommen) die Dynastie der Romanows und übernehmen und „perfektionieren“ deren Herrschaftsinstrumente. Proklamation der Republik „Deutsch-Österreich“, Beschluss des Nationalrates für den Anschluss an Deutschland (im August 1923 wird im Salzburger Landestheater mit dem Stück „Der Anschluß“ dieser theatralisch vollzogen). Die Kriegsverbrecher des Ersten Weltkrieges werden nicht zur Verantwortung gezogen (im Gegenteil: einer wird im 21.Jahrhundert sogar selig gesprochen werden!). In Wien kommt es im November 1918 zur ersten „Reichskristallnacht“. Unter den Folgen des vom Erzhaus Habsburg begonnenen Weltkrieges leidet die Welt auch noch im 21.Jahrhundert.

1928: Die Weltwirtschaftskrise kündigt sich mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft Brasiliens an; der Kriegsächtungs-Pakt wird unterzeichnet, der von insgesamt 62 Ländern unterzeichnet werden wird; die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill wird uraufgeführt.

1938: Fünf Jahre nach der Machtergreifung in Deutschland (ermöglicht durch das Ermächtigungsgesetz, dem bis auf die SPD alle Parteien zustimmen!) holt Adolf Hitler seine Heimat Österreich mit dem Anschluss ins Deutsche Reich und arbeitet weiter an seinem Projekt der Korrektur der Ergebnisse des Ersten Weltkrieges. Die Tschechoslowakei tritt die Sudetendeutschen Gebiete an das Deutsche Reich ab. In der „Reichskristallnacht“ im November wird Hitlers Kurs gegen die jüdische Bevölkerung bestätigt; die Juden waren ja auch an der Niederlage im Ersten Weltkrieg schuld. Die „Reichskristallnacht“ wiederum ist nur ein Vorbote der Endlösung, der industriellen Vernichtung von sechs Millionen Juden und weiteren fünf Millionen anderen Menschen.

1948: Deklaration der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen. Die Tschechoslowakei und andere Staaten im Osten Europas werden Volksrepubliken sowie militärischer als auch wirtschaftlicher Teil des Ostblocks. Beginn des Kalten Krieges und der Teilung Europas durch den Eisernen Vorhang. In der ehemaligen osmanischen Provinz Palästina wird der Staat Israel ausgerufen (Jahre zuvor wurde dasselbe Land sowohl den Juden als auch den Arabern als eigener Staat versprochen).

1958: Nikita Chruschtschow wird Ministerpräsident der Sowjetunion, zwei Jahre, nachdem er mit seiner Geheimrede am XX. Parteitag der KPdSU die Stalin-Ära kritisch hinterfragt hatte. Beginn des „Tauwetters“ im Osten Europas. Die römischen Verträge (Beginn der EWG, heute EU) treten in Kraft.

1968: Der Prager Frühling in der Tschechoslowakei wird durch die Besetzung des Landes durch Staaten des Warschauer Paktes beendet. In den westlichen Staaten massive Proteste gegen den Vietnamkrieg und Studentenrevolten, Rudi Dutschke wird bei einem Attentat schwer verletzt.

1978: „The Plastic People of The Universe“ nehmen in Prag ihr Konzeptalbum „Passion Play“ auf. Zwei Jahre zuvor sind die Musiker verhaftet und wegen ihrer Musik auch zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Verurteilung der Bandmitglieder war Anlass
zur Gründung der „Charta 77“ gewesen, zu den Gründungsmitgliedern zählte auch der Dichter Vaclav Havel. In Afghanistan übernehmen die Kommunisten die Macht, die sie aber nur mit Hilfe der sowjetischen Truppen sichern können. Widerstand gegen die
Besatzungstruppen leisten die auch von den Vereinigten Staaten unterstützten Mudschaheddin (Teile dieser Guerillabewegung wird sich dann im 21. Jahrhundert gegen ihre früheren Unterstützer wenden).

1988: Das Manifest „Demokratie für alle“ wird in Prag veröffentlicht, ein Jahr zuvor hatte Michail Gorbatschow seine Rede zu „Perestrojka“ und „Glasnost“ gehalten: „Wir brauchen die Demokratie wie die Luft zum Atmen. Ein Jahr darauf bauen Österreich und Ungarn den Eisernen Vorhang zwischen beiden Staaten ab. In Lauf der nächsten zehn Jahre: Auflösung des Warschauer Pakts; Ende der Volksrepubliken im Osten Europas. Auflösung Jugoslawiens mit Kriegen in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina; Trennung der CSFR in eine Tschechische und Slowakische Republik.

1998: Die globalisierungskritische Organisation „Attac“ wird gegründet als Netzwerk zur Kontrolle der internationalen Wirtschaft. Das Kyoto-Protokoll mit dem Ziel des Klimaschutzes wird unterzeichnet. Samuel Huntington veröffentlicht sein Pamphlet „The Clash of Civilizations“, das sich die Vereinigten Staaten im 21.Jahrhundert zum Vorbild

2008: In Nepal wird die Monarchie abgeschafft. Das Land wird eine parlamentarische Demokratie, eine vorbildhafte Entscheidung für alle Länder der Welt, in denen noch von Gottes Gnaden eingesetzte Dynastien regieren bzw. repräsentieren wie zum Beispiel der „Halt die Klappe! – Juan Carlos“ (dieser König Spaniens wurde übrigens vom Faschisten Franco zu dessen Nachfolger erwählt!).

 

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