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„Hindernisse – Obstacles“ lautet das diesjährige Motto von VISUAL 17, des Europäischen & Internationalen Visuellen Theater Festivals. Entlehnt wurde das Motto von der taubblinden Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Helen Keller und Samuel G. Howe, dem Direktor des Perkins Institute For The Blind in Boston. Denn „Hindernisse sind dazu da, um überwunden zu werden - Obstacles are things to be overcome." Samuel G. Howe hat dafür Sorge getragen, dass auch Taubblinde Zugang zu Bildung erhalten. In Wien ist der Philosoph, Reformpädagoge und Pazifist Wilhelm Jerusalem der Entdecker des literarischen Talent von Helen Keller, gemeinsam werden sie 1913 das erste Wiener Taubblinden-Institut mitbegründen. Das sind Meilensteine, wie sie auf künstlerischen Gebiet auch vom Festival VISUAL geleistet werden. Somit kann sich eine kleine Sprache, nämlich der Gebärdensprache der Gehörlosen, auch den öffentlichen Raum erobern, das beobachte ich seit mehr als 30 Jahren. 1984 habe ich erstmals am Tiroler Landestheater für die Inszenierung von Mark Medoffs Theaterstück "Gottes vernachlässigte Kinder" mit Gehörlosen zusammengearbeitet. Diese kleine Sprache ist unser aller erste Sprache, wenn ich die wissenschaftlichen Arbeiten von William Stern und Wilhelm Jerusalem heranziehe. Stern hat sich mit Gebärdensprache beschäftigt, Jerusalem intensiv mit der Welt des Berührens und somit jener der Taubblinden. Das Berühren ist die ureigenste Quelle menschlicher Beziehungen. Mit Gebärden beginnen wir alle zu sprechen. Diese kleine Sprache ist die Muttersprache von Gehörlosen, Hörbehinderten und CoDA, Child of Deaf Adult, auf deutsch hörende Kinder von Gehörlosen. Ich bin von dieser kleinen Sprache in der Welt des Theaters seit Jahren beeindruckt und sehe, wie sie sich auf vielfältigste Weise den Theaterraum erobert. Ich kann seit 20 Jahren mit den besten gehörlosen Regisseuren und Schauspielern der Welt (Ramesh Meyyappan, Howie Seago) gemeinsam dieser Sprache als visuelles Theater den gebührenden Bühnenraum geben. Gehörlose, Hörbehinderte, CoDA, Hörende spielen auf der Bühne und sind auch Zuschauer. Viele Vorstellungen sind oft auch mit Musik verbunden, denn sowohl Gehörlose als auch Taubblinde können Musik spüren und begreifen, die taubblinde Laura Bridgman konnte sogar Klavier spielen! Im Theater ist die Inklusion gelungen. Aufführungen sind mehrsprachig, Barrierefreiheit wird künstlerisch umgesetzt. Denn die Welt der Künste kann sich keine unnötigen Kämpfe leisten, die Wirklichkeit hingegen schon.
Herbert Gantschacher 2016
WIEN – PROGRAMM
Vorstellungen THEATER SPIELRAUM WIEN
Samstag
07. Mai 2016
Beginn: 20.00

Wien
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien

ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater (Österreich)

"Onafhankelijkheid“ (mit Uraufführungen)
Ein Stück daDa mit Parolen, Manifesten, Stücken, regierungsfreundlichen Schauspielen, Szenen aus der Revolutionären Theater-Bibliothek und Kompositionen von Viktor Ullmann (Uraufführung), Johann Dada (Uraufführung), Bergmann & Co., Raoul Hausmann, Wladimir Majakowski, Romain Rolland, Friedrich Georg Nicolai, Man Ray, Maurice Maeterlinck, ZENTRALAMT DES DADAISMUS, Novembergruppe, F.T. Marinetti, Paul Scheerbart, De Stijl, Theo van Doesburg, Paul Klee, Hugo Ball und Francesco Cangiullo
PREMIERE
Inszenierung: Herbert Gantschacher
Bühne & Kostüme: Sanzaba Dimna
Lichtgestaltung: Bidpai
Piano: Rita Hatzmann
Es spielen und singen: Werner Mössler, Markus Pol, Markus Rupert und Rita Hatzmann

Visuelles Theater über die Anfänge der DADA-Bewegung vor 100 Jahren mit erstmals veröffentlichten neuen Funden zur DADA-Kunst und einer dadaistischen Komposition von Viktor Ullmann sowie einer absoluten Neuentdeckung in den Archiven Wiens, die beweisen sollen, dass Johann Dada aus Budapest am Beginn der Ersten Weltkriegs offensichtlich eine gehörige Portion Mitschuld trägt. DADA und Visuelles Theater mit Gebärdensprache in Reinkultur!
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THEATER SPIELRAUM WIEN
Sonntag
8. Mai 2016
Beginn: 20.00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater (Österreich)

"Onafhankelijkheid“
Ein Stück daDa mit Parolen, Manifesten, Stücken, regierungsfreundlichen Schauspielen, Szenen aus der Revolutionären Theater-Bibliothek und Kompositionen von Viktor Ullmann, Johann Dada, Bergmann & Co., Raoul Hausmann, Wladimir Majakowski, Romain Rolland, Friedrich Georg Nicolai, Man Ray, Maurice Maeterlinck, ZENTRALAMT DES DADAISMUS, Novembergruppe, F.T. Marinetti, Paul Scheerbart, De Stijl, Theo van Doesburg, Paul Klee, Hugo Ball und Francesco Cangiullo
Inszenierung: Herbert Gantschacher
Bühne & Kostüme: Sanzaba Dimna
Lichtgestaltung: Bidpai
Piano: Rita Hatzmann
Es spielen und singen: Werner Mössler, Markus Pol, Markus Rupert und Rita Hatzmann

Künstlerische Manifeste und neue künstlerische Bewegungen sind immer prägend für Zeiten Großer Umbrüche. Eine solche Zeitenwende ist die Zeit vor dem Großen Krieg, während des Großen Krieges 1914-1918 und nach dem Großen Krieg waren solche Manifeste und Bewegungen prägende Elemente.
Eines der bekanntesten Manifeste dieser Zeit war das „futurische Manifest“ von Filippo Tommaso Marinetti (1876-1944). Die italienischen Futuristen verstanden sich als Avantgardisten. Sie träumten auch den „Traum vom künstlerischen Krieg“.
DADA oder Dadaismus war eine künstlerische und literarische Bewegung, die 1916 von Zürich aus ihren Ausgang nahm und sich durch die Ablehnung „konventioneller“ Kunst auszeichnete. Eines der Kennzeichen der DADA-Bewegungen war das Lautgedicht. Im Wesentlichen ist DADA eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst gewesen, die die Gesellschaft und deren Wertesystem ablehnten.
Ein "Kriegerischer Stamm" marschiert im Bild von Paul Klee (1879-1940), veröffentlicht von Herwath Walden /(1878-1941) in seiner Galerie und Zeitschrift "Der Sturm" 1916 in Berlin. Paul Scheerbart (1863-1915) wiederum parodiert in seiner "Revolutionären Theaterbibliothek" den „American Dream“. Paul Scheerbart starb am 15. Oktober 1915 infolge eines Gehirnschlags. Von Walter Mehring stammt die unbewiesene Behauptung, Scheerbart sei an Entkräftung gestorben: Er habe als ein überzeugter Pazifist aus Protest gegen Großen Krieg jede Nahrungsaufnahme verweigert.
Und von Viktor Ullmann (1898-1944) wird eine dadaistische Komposition mit dem Titel „Präzision, meine Herrschaften, ist die Hauptsache“ aus der Zeit des Großen Krieges – komponiert am 11.August 1917 – Teil des Projektes.
In den Tiefen des Haus-, Hof- und Staatsarchivs findet sich auch eine DADA-Entdeckung, da ist eine geheime Korrespondenz zwischen dem k.-u. Ministerpräsidenten Tisza und dem k.u.k. Minister des k.u.k Hauses und des Äußern Burián aus dem Jahr 1915 entdeckt worden, die einem gewissen Johann Dada die Schuld zum Beginn des Weltkrieges im Jahr 1914 einräumt. Dieses DADA-Zeitdokument wird nun erstmals exklusiv als Theater im Originalwortlaut der Öffentlichkeit vorgestellt.

1917 wurde mitten im Großen Krieg in Leiden (Niederlande) die Künstlergruppe "De Stijl" gegründet. Ihr Anliegen war es, sich vollständig von den Darstellungsgrundsätzen der traditionellen Kunst abzuwenden und eine neue, völlig abstrakte Formensprache zu erarbeiten, die auf der Variation von wenigen elementaren Prinzipien der bildnerischen Gestaltung (waagerecht/senkrecht, groß/klein, hell/dunkel und den Grundfarben) beruhte. Das bedeutet die Reduktion von Farben auf die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie die Nichtfarben Schwarz, Grau und Weiß.
Als Reaktion auf die revolutionären Verhältnisse im November 1918 konstituierte sich Ende 1918 die Novembergruppe, in der sich Künstler, Architekten, Schriftsteller und Komponisten unterschiedlichster Richtungen. Sie forderten Einfluss auf die Kunstpolitik, wie beispielsweise die Mitarbeit bei öffentlichen Bauaufgaben, bei der Kunstgesetzgebung sowie bei der Vergabe von Ausstellungsräumen, und organisierten zahlreiche über die bildende Kunst hinausweisende Veranstaltungen wie Konzertabende zeitgenössischer Musik oder Filmvorführungen.
Die Wirklichkeit des Krieges hat der Arzt und Physiologe Friedrich Georg Nicolai (1874-1964) im August 1918 folgendermaßen beschrieben: „Jetzt kenne ich den Krieg; jetzt weiß ich, welche furchtbare Macht die Dämonen der Vergangenheit auch über uns neuzeitliche Menschen besitzen und jetzt hasse ich den Krieg – wenigstens den Krieg des zwanzigsten Jahrhunderts“ und Nicolai war der Arzt der deutschen Kaiserin. Von Friedrich Georg Nicolai stammt auch das grundlegende Werk „Die Biologie des Krieges“, in dem er die Nutzlosigkeit von Kriegen nachweist. Aktueller können Texte, Kompositionen und Bilder gerade jetzt nicht sein!
Vor hundert Jahren ist 1916/1917 europa- und weltweit die „DaDa“-Bewegung entstanden auch als Protest gegen den Krieg!

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Montag
9. Mai 2016
Beginn: 20.00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


Amanda Jovanovic, Lukas Pisecky, Aleksandar Spasojevic, Ardita Musoska, Alexandra Sarengaca, Valentina Vasiljevic, Marko Strainovic, Martin Witzelnig, Elias Wallner, Julian Zametschnig, Daria Shchipalkina, Tatiana Stepannikova und Leonid Ipatov (Mazedonien, Serbien, Österreich, Russland).

"Talking Gloves – Sprechende Handschuhe"
Visuelles Theater nach Bildern von Albin Egger-Lienz und Gedichten von August Stramm in einer Inszenierung von Herbert Gantschacher und Werner Mössler
NEUINSZENIERUNG-PREMIERE
"Sämann und Teufel" - "Wacht" - "Sturm. Den Namenlosen" - "Patrouille" - "Totenopfer" - "Kriegsgrab" - "Der Auferstandene", das sind die Titel der Bilder und Gedichte dieser erfolgreichen Produktion aus dem europäischen Projekt „Hidden History“, die als grandioses Visuelles Theater und Bildtheater gespielt werden mit Live-Musik!
"Talking Gloves" sind wortwörtlich „sprechende Handschuhe“, die vollsinnigen Menschen den Zugang zur Kommunikation mit Taubblinden ermöglichen. Auf diese Art und Weise wird der Weg zur Kommunikation mit Taubblinden auch auf spielerischen Weg geebnet. In der Geschichte hat es mehrere Kommunikationsformen gegeben, die von Taubblinden selbst geschaffen worden sind. Taubheit und Taubblindheit sind zum Teil auch durch Kriege ausgelöst worden, wie dies das Beispiel des amerikanischen Arztes William Terry zeigt, der im amerikanischen Bürgerkrieg ertaubte und erblindete und sich selbst dann ein beidhändiges Fingeralphabet geschaffen hat, um mit seiner Umgebung weiter kommunizieren zu können. Im Ersten Weltkrieg sind dann diese "Talking Gloves / Sprechenden Handschuhe" dazu benutzt worden, um mit im Großen Krieg ertaubten, erblindeten oder taubblind gewordenen Menschen kommunizieren zu können. Es wurden also das Fingeralphabet der Gehörlosen und die Kommunikationssysteme der Taubblinden dazu in Verwendung gebracht.
2014 jährte sich zum 100. Male der Beginn des heute so genannten Ersten Weltkrieges (als "Prolog" Die Balkankriege 1912/1913), der 1915 - also vor 100 Jahren - auch an Kärntens Grenzen kam. Dann folgten der Zweite Weltkrieg (beendet vor 75 Jahren und den kalten Krieg mündete (als "Epilog" Die Balkankriege in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts, deren Konfliktpotential bis heute nicht entschärft ist). Der Krieg im Jahr 1914 begann als ein von Europäischen Mächten lokal begrenzter Konflikt am Balkan im Juli 1914, der dann von den Administrationen der Herrscherhäuser Hohenzollern und Habsburg zu einem Europäischen Krieg gemacht worden ist, wobei hier die Administration am Ballhausplatz in Wien federführend war, weil sie ohne formale Kriegserklärung mit der k.u.k. Wehrmacht ins neutrale Belgien einmarschierte. Somit bewies die Habsburg-Administration in exemplarischer Art und Weise, dass sie kein Interesse daran hatte, dass der Konflikt am Balkan mit Serbien lokalisiert bleibt. Im cisleithanischen Teil der Vielfachmonarchie hatte der Habsburgerherrscher den Ausnahmezustand verfügt und konnte so auch einfach den Krieg verordnen! Das sollte uns eine immerwährende Warnung sein!
Im Projekt selbst spielen dann auch die bildende Kunst und die Poesie eine Rolle in der Umsetzung als visuelles Theaterprojekt nämlich die Bilder "Sämann und Teufel / Sturm. Den Namenlosen / Totenopfer / Der Auferstandene" von Albin Egger-Lienz aus dem Heeresgeschichtlichen Museum Wien und der Kriegergedächtniskapelle in Lienz sowie den Gedichten "Wacht“, „Patrouille“, und „Kriegsgrab" von August Stramm unter Verwendung des Fingeralphabets der Gehörlosen und der Kommunikationssysteme der Taubblinden.
Die Produktion ist Teil des Europäischen Projektes „Hidden History – Taubheit, Blindheit und Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918“

      
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Dienstag
10. Mai 2016
Beginn: 20.00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


Theatre Under The Wing (Lettland)

"Die Bank“
Visuelles Theater von Marika Antonova und Jolanta Znotina
Inszenierung: Marika Antonova und Jolanta Znotina
Es spielen: Liva Liepa und Jolanta Znotina
„Die Bank“ ist eine Komödie und erzählt die Geschichte zweier junger Mädchen, die sich zufällig im Park treffen und über Spiele miteinander zu kommunizieren beginnen. Sie beginnen zu jonglieren und gelangen so in die Welt der Phantasie, wobei dann allerdings die Requisiten in ihren Händen allerlei mögliche Bedeutungen bekommen. Beide sind sich fremd irgendwie, sehr unterschiedlich. Aber das Jonglieren und Spielen miteinander verbindet sie, und so können sie auch einander verstehen. Und am Schluss jonglieren und spielen alle gemeinsam miteinander, Schauspielerinnen und Zuschauer!
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Mittwoch
11. Mai 2016
Beginn: 20.00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


P.S.I. DIVADLO Brno (Tschechische Republik)

"Natur und Landschaft“ von Josef Tichý
ÖSTERREICH-PREMIERE

Inszenierung: Josef Tichý
Es spielen: Zlata Kurcová, Markéta Maradová, Tereza Hromátková, Stanislav Kleisner, Antonin Zralý, Pavel Barták, Oldřich Bajer und Šimon Skopový

Die Eindrücke von Natur und Landschaften werden als visuelles Theater präsentiert, die Erinnerung an einen Schmetterling steht am Beginn der Geschichte, die Erinnerungen an Liebesgeschichten, wobei dann auch der Zirkus mit seinen Verzauberungen nicht fehlen darf, oder Verfolgungsjagden der Polizei im Stile von Charles Chaplin, dem großen Meister des Visuellen Theaters.

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Donnerstag
12. Mai 2016
Beginn: 20.00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


RÏTAUSMA (Lettland)

„Bailey Dancers“ nach Astrid Saalbachs
„Die Tanzstunde“ von Marika Antonova
ÖSTERREICH-PREMIERE

Inszenierung: Marika Antonova
Piano: Hemma Tuppy
Es spielen: Liena Čerepko, Maiga Elbrote, Biruta Lasmane, Anita Atrazsko, Dace Vingre und Juris Elbrots

Sechs allein stehende Frauen treffen sich in einem alten, in Jahre gekommenen Kulturzentrum irgendwo am Land zur Tanzstunde. Fünf von ihnen sind ganz normale Frauen, die über Aussehen, ihr Benehmen, ihre Mimik und ihre Gebärdensprache viel über ihr Leben, Charakter und Träume erzählen. Die sechste Frau ist die Tanzlehrerin, attraktiv und einnehmend mit ihrer Schönheit, aber in ähnlicher Art und Weise unzufrieden mit dem Leben wie ihre Tanzschülerinnen. Nun kommen die sechs Frauen schon seit sechs Jahren zusammen, um den Stepptanz zu lernen, doch der Erfolg lässt auf sich warten. Früher gab die Tanzlehrerin auf den Bühne den berühmten sterbenden Schwan, doch warum lehrt die ehemals berühmte Tänzerin nun Frauen das Tanzen am Land, will sie vielleicht ihre Schülerinnen als sterbende Schwäne auf der Bühne sehen?

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Freitag
13. Mai 2016
Beginn: 20.00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


Theatre Under The Wing (Lettland)

"Persephone“ von Eva Krásenská
ÖSTERREICH-PREMIERE

Inszenierung: Eva Krásenská
Visuelle Gestaltung: Austra Hauks und Jänis Pitens
Es spielen: Jolanta Znotina, Liva Liepa und Aija Treimane

Der berühmte griechische Mythos von Demeter und ihrer Tochter Persephone und der Entstehung der vier Jahreszeiten als poetisches Märchen. Persephone wird von Hades in die Unterwelt geholt. In Sorge um ihre Tochter Persephone Demeter unternimmt alles, um ihre Tochter zu retten. Darüber vergisst sie, sich um die Natur zu kümmern. Bäume, Pflanzen, Gräser verdorren, die Erde erscheint als unbewohnbar. Demeter bekommt ihre Tochter Persephone unter der Bedingung zurück, dass sie sich in Zukunft sie die eine Hälfte des Jahres auf der Erde und die andere unter der Erde verbringt.

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WIEN – Kartenvorverkauf WITAF
WITAF

 

Kartenvorverkauf im WITAF: 8,- € (ermäßigter Preis für Gehörlose, Senioren und Klubkartenbesitzer) und 13,- € (Vollpreis) und der Festivalpass um 55,- € für alle Vorstellungen
Telefon: 01-2145874
Fax: 01-2147695
E-Mail: office@witaf.at
Der Kartenvorverkauf findet nur im WITAF statt.
WITAF, Kleine Pfarrgasse33, 1020 Wien, Internet: http://www.witaf.at



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WIEN – Abendkasse und Kartenreservierung
WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien

 

Abendkassa und Reservierung
Kartenpreise Abendkasse THEATER SPIELRAUM: 10,- € (ermäßigter Preis für Gehörlose, Senioren und Klubkartenbesitzer) und 15,- € (Vollpreis) und der Festivalpass um 60,- € für alle Vorstellungen. Kartenreservierungen beim THEATER SPIELRAUM
Telefon 01 - 713 04 60 60 & E-Mail office@theaterspielraum.at & auf der


Homepage: http://www.theaterspielraum.at/karten.html und DIREKT bei ARBOS per SMS und Telefon unter 0664-7936915.
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7. Mai – 13. Mai 2016 TÄGLICH im Theater SPIELRAUM, Kaiserstraße 46, 1070 Wien

 

„Deaf Bar powered by WITAF“
witaf
Während des Festivals VISUAL 17 gibt es in Wien eine einzigartige Bar, in der die Gäste und das Publikum auch in Österreichischer Gebärdensprache bedient werden. Diese „Deaf Bar“ wird vom Wiener Gehörlosenverein WITAF im Foyer des Theaters SPIELRAUM in der Kaiserstraße 46 betrieben.
Gehörlose und hörende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Wiener Gehörlosenvereins WITAF bedienen die Gäste, Gehörlose werden in ihrer Muttersprache, der Österreichischen Gebärdensprache bedient.
Und hörende Gäste können an der Bar in ihre ersten Gebärden erlernen für Wörter wie „Kaffee“, „Wasser“ und so weiter …

TÄGLICH ab 18.00 Uhr im Foyer des Theaters SPIELRAUM bis nach Vorstellungsende vom 7. Mai bis 13. Mai 2016.

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BUNDESLÄNDERVORSTELLUNGEN
NIEDERÖSTERREICH GRAFENEGG-ETSDORF

Dienstag
10. Mai 2016
Beginn: 9:00
und 10:00







Dienstag, 10.Mai 2016,
9.00 und 11.00 Uhr

„Die Bank“
mit Liva Liepa und Jolanta Znotina (Lettland)

„Die Bank“ ist eine Komödie und erzählt die Geschichte zweier junger Mädchen, die sich zufällig im Park treffen und über Spiele miteinander zu kommunizieren beginnen. Sie beginnen zu jonglieren und gelangen so in die Welt der Phantasie, wobei dann allerdings die Requisiten in ihren Händen allerlei mögliche Bedeutungen bekommen. Beide sind sich fremd irgendwie, sehr unterschiedlich. Aber das Jonglieren und Spielen miteinander verbindet sie, und so können sie auch einander verstehen. Und am Schluss jonglieren und spielen alle gemeinsam miteinander, Schauspielerinnen und Zuschauer!
Karten & Information: Telefon * SMS 0664-8916491
E-Mail: arbos.deaftheatre@arbos.at
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NIEDERÖSTERREICH ST.PÖLTEN THEATER PERPETUUM (ehemaliges FORUM-Kino) Kranzbichlerstraße 18

Mittwoch
11. Mai 2016
Beginn: 20:00




Mittwoch, 11.Mai 2016,
20:00 Uhr

„Die Bank“
mit Liva Liepa und Jolanta Znotina (Lettland)

„Die Bank“ ist eine Komödie und erzählt die Geschichte zweier junger Mädchen, die sich zufällig im Park treffen und über Spiele miteinander zu kommunizieren beginnen. Sie beginnen zu jonglieren und gelangen so in die Welt der Phantasie, wobei dann allerdings die Requisiten in ihren Händen allerlei mögliche Bedeutungen bekommen. Beide sind sich fremd irgendwie, sehr unterschiedlich. Aber das Jonglieren und Spielen miteinander verbindet sie, und so können sie auch einander verstehen. Und am Schluss jonglieren und spielen alle gemeinsam miteinander, Schauspielerinnen und Zuschauer!
Karten & Information: Telefon * SMS 0664-8916491
E-Mail: arbos.deaftheatre@arbos.at
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BURGENLAND MARKT ALLHAU
Aula der NEUEN MITTELSCHULE

Donnerstag
12. Mai 2016
Beginn: 9:00
und 11:00




Donnerstag, 12.Mai 2016, 9.00 Uhr und 11.00 Uhr

„Natur und Landschaft“
P.S.I. DIVADLO Brno (Tschechische Republik)
Inszenierung: Josef Tichý
Es spielen: Zlata Kurcová, Markéta Maradová, Tereza Hromátková, Stanislav Kleisner, Antonin Zralý, Pavel Barták, Oldřich Bajer und Šimon Skopový

Die Eindrücke von Natur und Landschaften werden als visuelles Theater präsentiert, die Erinnerung an einen Schmetterling steht am Beginn der Geschichte, die Erinnerungen an Liebesgeschichten, wobei dann auch der Zirkus mit seinen Verzauberungen nicht fehlen darf, oder Verfolgungsjagden der Polizei im Stile von Charles Chaplin, dem großen Meister des Visuellen Theaters.

Karten & Information: e-mail: C.Wiednig@gmx.at Tel + SMS: 0676-88809795
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TIROL LIENZ KOLPINGSAAL

Freitag
13. Mai 2016
Beginn: 11:00





Freitag, 13.Mai, 11.00 Uhr

„Natur und Landschaft“
P.S.I. DIVADLO Brno (Tschechische Republik)
Inszenierung: Josef Tichý
Es spielen: Zlata Kurcová, Markéta Maradová, Tereza Hromátková, Stanislav Kleisner, Antonin Zralý, Pavel Barták, Oldřich Bajer und Šimon Skopový

Die Eindrücke von Natur und Landschaften werden als visuelles Theater präsentiert, die Erinnerung an einen Schmetterling steht am Beginn der Geschichte, die Erinnerungen an Liebesgeschichten, wobei dann auch der Zirkus mit seinen Verzauberungen nicht fehlen darf, oder Verfolgungsjagden der Polizei im Stile von Charles Chaplin, dem großen Meister des Visuellen Theaters.

Karten & Information: http://www.stadtkultur.at/programm-tickets.html
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TIROL INNSBRUCK, Theater INNSTANZ

Samstag
14. Mai 2016
Beginn: 20:00





Samstag, 14.Mai, 20.00 Uhr

„Wilhelm Jerusalem – Helen Keller: ‚Briefe‘“
Dokumentarisches Theater von Herbert Gantschacher
Sabine Zeller, Markus Rupert (Österreich)
Die Korrespondenz zwischen dem österreichischen Philosophen Wilhelm Jerusalem und der taubblinden Schriftstellerin Helen Keller gehört zu den zwar unbekannten und doch spannendsten Briefwechseln dieser Zeit. Aus dem Austausch dieser zwei herausragenden Persönlichkeiten entwickelte sich die österreichische Richtung des „Pragmatismus“. Jerusalems revolutionäre Forschungsarbeit legte damit den Grundstein für die öffentlich-rechtiche Bildung
von Taubblinden in Wien.
Denn der Philosoph, Reformpädagoge und Philosoph setzte sich vehement für das Schaffen von Bildungsmöglichkeiten im Besonderen für Taubblinde aber auch für Gehörlose ein. 1890 veröffentlichte er die erste psychologische Studie über die taubblinde Laura Bridgman. 1892 las Jerusalem die ersten Gedichte der taubblinden Helen Keller. Er erkannte ihre schriftstellerische Begabung und stand von da an brieflich mit der herausragenden Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin in Verbindung.
Entdeckt wurde der Briefwechsel von Herbert Gantschacher, die Texte auch transkribiert und aus dem Englischen übersetzt hat.
1905 veröffentlichte Wilhelm Jerusalem die erste Monographie über die taubblind geborene Marie Heurtin, auch mit ihr ist Jerusalem im Briefkontakt gewesen.
Und 1913 werden Wilhelm Jerusalem und Helen Keller gemeinsam Mitbegründer des ersten Taubblinden-Instituts in Wien. Dieses Institut existierte in Wien bis zum Schuljahr 1924/25. Danach übersiedelte das Institut nach Oberösterreich. Ab dem Schuljahr 1926/27 gibt kein Taubblindeninstitut in der Republik Österreich mehr, die allerletzte Evaluierung von Taubblinden
für den Schulunterricht hat im Schuljahr 1925/26 stattgefunden. Seit damals gibt es keine Evaluierung von Taubblinden für den öffentlich-rechtlichen Schulbesuch mehr!
Die Vorstellung ist durchgehend bilingual in Österreichischer Gebärdensprache und Deutscher Lautsprache.

Information: E-mail: landesverband@gehoerlos-tirol.at; Fax 0512-586162,
Tel 0512-586162 Abendkasse Die Kartenpreise bei der Abendkasse sind 10,- € (ermäßigter Preis für Gehörlose und Klubkartenbesitzer) und 15,- € (Vollpreis). Kartenreservierungen per E-Mail: arbos.deaftheatre@arbos.at Reservierungen und Information per Telefon und SMS: 0664-8916491

Vorstellung im Theater INNSTANZ
Richard Berger Straße 5,
(Busverbindungen Linie 4 Haltestelle: Haller Straße oder Linie E Haltestelle: Siemens)
Homepage: htttp://www.innstanz.at
Abendkasse und Information: E-Mail: kassa@innstanz.at, Telefon 0664-73009085

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Täglich
Samstag
7. Mai 2016
bis
Freitag
13.Mai jeweild
Beginn: 19.30

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


Täglich im Wiener Theater SPIELRAUM
Samstag 7.Mai bis Freitag 13.Mai jeweils um 19.30 Uhr

Einführung und Information zu den Vorstellungen auch in Gebärdensprache
Einführung in Österreichischer Gebärdensprache, International Signs, American Sign Language, Russischer, Deutscher und Englischer Sprache.

Jeden Tag gibt es 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung für das Publikum Informationen über die Vorstellungen in Österreichischer Gebärdensprache, International Signs, American Sign Language, Russisch, Deutsch und Englisch. Jede Einführung beinhaltet die Präsentation der Vorstellung und des Theaters, das am Abend spielt. Zur Einführung gibt es über jedes Theater einen eigenen Video-Clip, der auch visuelle Eindrücke wiedergibt. Der Ort der Einführung ist das Foyer des Theater SPIELRAUM

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KINDERTHEATERPROGRAMM
IM WIENER THEATER SPIELRAUM
Montag 9.Mai - Dienstag 12.Mai 2016 jeweils 10.00 Uhr
IM VAN SWIETEN SAAL der ÖSTERREICHISCHEN NATIONALBIBLIOTHEK Freitag, 13.Mai, 10.00 Uhr



Während des 17. Europäischen & Internationalen Visuellen Theater Festivals gibt von Montag 9.Mai bis Freitag 13.Mai jeweils um 10.00 Uhr Vorstellungen für gehörlose, hörbehinderte und hörende Kinder. ACHTUNG! Diese Vorstellungen sind für Schulen gedacht, aber auch für andere Kinder und Jugendliche zugänglich.

Kartenpreis: 2,50 € für Kinder und Jugendliche.
Informationen auch per Telefon unter 0664-8916491. Die Anmeldung per E-Mail ist aber obligatorisch. E-Mail: arbos.deaftheatre@arbos.at



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VISUAL 17 - WIEN THEATER SPEILRAUM
Montag
9. Mai 2016
10:00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


THEATRE UNDER THE WING Riga (Lettland)

„Die Bank“ mit Liva Liepa und Jolanta Znotina (Lettland)
„Die Bank“ ist eine Komödie und erzählt die Geschichte zweier junger Mädchen, die sich zufällig im Park treffen und über Spiele miteinander zu kommunizieren beginnen. Sie beginnen zu jonglieren und gelangen so in die Welt der Phantasie, wobei dann allerdings die Requisiten in ihren Händen allerlei mögliche Bedeutungen bekommen. Beide sind sich fremd irgendwie, sehr unterschiedlich. Aber das Jonglieren und Spielen miteinander verbindet sie, und so können sie auch einander verstehen. Und am Schluss jonglieren und spielen alle gemeinsam miteinander, Schauspielerinnen und Zuschauer!

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VISUAL 17 - WIEN THEATER SPEILRAUM
Dienstag
10. Mai 2016
10:00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


ARBOS – GESELLSCHAFT FÜR MUSIK & THEATER, NMS KLAGENFURT WÖLFNITZ, NMS PFEILGASSE WIEN, BUNDESINSTITUT FÜR GEHÖRLOSENBILDUNG (Österreich) und KINGISEPPSRAJA GYMNASIUM

„Talking Gloves – Sprechende Handschuhe”
Visuelles Theater nach Bildern von Albin Egger-Lienz und Gedichten von August Stramm
mit Amanda Jovanovic, Lukas Pisecky, Aleksandar Spasojevic, Ardita Musoska, Alexandra Sarengaca, Valentina Vasiljevic, Marko Strainovic, Martin Witzelnig, Elias Wallner, Julian Zametschnig, Daria Shchipalkina, Tatiana Stepannikova und Leonid Ipatov (Mazedonien, Serbien, Österreich, Russland).
Können Hände sprechen? Ja, das können Sie! Die Hände sind Teil der Muttersprachen der Taubblinden und Gehörlosen. Und die Hände sind als "Talking Gloves - Sprechende Handschuhe" das Kommunikationsmittel für Taubblinde. Das zeigt die Vorstellung "Talking Gloves - Sprechende Handschuhe". Bilder und Gedichte werden visuell dargestellt. Albin Egger-Lienz' Kunst und August Stramms Poesie werden mittels der Gebärdensprache und dem Lormen dargestellt. Gespielt wird für Kinder von Kindern und Jugendlichen der des Gymnasiums Kingisepp, der Neuen Mittelschulen Pfeilgasse und Klagenfurt-Wölfnitz sowie dem Bundesinstitut für Gehörlosenbildung.

Die Produktion ist Teil des Europäischen Projektes „Hidden History – Taubheit, Blindheit und Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918“

      
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VISUAL 17 - WIEN THEATER SPEILRAUM
Mittwoch
11. Mai 2016
und
Donnerstag
12. Mai
jeweils
10:00

WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien


ARBOS – GESELLSCHAFT FÜR MUSIK & THEATER, NMS KLAGENFURT-WÖLFNITZ und BUNDESINSTITUT FÜR GEHÖRLOSENBILDUNG (Österreich)

"Trommeln, Seile, Schwämme, Flügel, Handshaker und viele andere Dinge mehr"
URAUFFÜHRUNG
Figuren & Objekte: Burgis Paier; Inszenierung: Herbert Gantschacher
Es spielen taubblinde Jugendliche der Klasse von Prof. Andreas Bussecker des Bundesinstituts für Gehörlosenbildung Wien (Lukas Bogner, Dawinder Malundama , Florian Pichler, Sebastian Tastel) und fünfsinnige Jugendliche der Neuen Mittelschule Wölfnitz-Klagenfurt (Selina Gassinger, Jakob Kohlweg, Elisa Maria Pöllinger, Michelle Rauschgott, Fabienne Scharrer, Vanessa Scherr) und Mostafa Elrhandouri.
Wenn wir eine Trommel sehen, so denken fünfsinnige Menschen sofort an verschiedene Formen von Musik. Doch für Taubblinde ist eine Trommel zuerst einmal ein Objekt zum Begreifen, das sich erst dann zu einem Instrument entwickelt, wenn die Vibrationen der Felle der Trommel sich am Körper des Taubblinden ausbreiten. Dann wird das Objekt zum Instrument und Spielobjekt auch für Taubblinde, aber auch, wenn Trommeln intensiv geschlagen werden und sich die Schallwellen im Raum ausbreiten.
Ein Seil hingegen birgt Fallstricke in sich, solange es nicht erspürt ist, doch dann entwickelt sich das Seil zur Kommunikationsbrücke zwischen den Taubblinden und Nichttaubblinden, wird zum vielfältigen Spielobjekt,.
Ein Schwamm ist zuerst ein Schwamm, doch wird auch er zum Spielobjekt, wenn er mit Seilen und Stangen verbunden wird und sich zur Bandelstange aus der Fest- und Alltagskultur verwandelt, dann wird aus dem Schwamm auch ein Objekt des Tanzes.
Handshaker hingegen schauen aus wie Eier. Sie haben verschiedene Farben. Dies sieht auf den ersten Blick so aus, als ob diese Handshaker farbenfroh aussehen sollen. Doch die verschiedenen Farben stehen für verschiedene Tonhöhen der Handshaker, unterschiedlich mit einer Anzahl von kleinen Kugel gefüllt sind. Und Hennen legen bekanntlich Eier.
Die Dinge erfahren im Zusammenspiel mit Taubblinden eine Bedeutungserweitung und somit ist diese Form der Bedeutungserweiterung eine Bereicherung gemäß dem Motto von Helen Keller: "O spüren Sie nicht unsere Beschränkungen, denn wir machen Gebrauch von ihnen", schrieb die taubblinde Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Helen Keller (1880-1968) an den Wiener Philosophen Wilhelm Jerusalem (1854-1923), der als erster das literarische Talent von Helen Keller entdeckte. Denn Hindernisse sind dazu da, um überwunden zu werden. So entsteht visuelles Theater im Zusammenwirken von dreisinnigen und fünfsinnigen Jugendlichen. Und so kommen taubblinde Jugendliche zu ihrer Bühnenpremiere!

Die Produktion ist Teil des Europäischen Projektes „Hidden History – Taubheit, Blindheit und Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918“

      
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VISUAL 17 - WIEN THEATER SPEILRAUM und BIG WIEN
Mittwoch
11. Mai 2016
und
Donnerstag
12. Mai
jeweils
11:00

WITAF

Donnerstag, 19.Mai 2016, 10.00 Uhr in der HSB-Klasse von Prof. Bussecker BIG Wien
„Begreifen-Erriechen-Erschmecken“ Workshops


ARBOS – GESELLSCHAFT FÜR MUSIK & THEATER, NMS KLAGENFURT-WÖLFNITZ und BUNDESINSTITUT FÜR GEHÖRLOSENBILDUNG (Österreich)

„Begreifen-Erriechen-Erschmecken“
WORKSHOPS
Prof. Andreas Bussecker (Leiter der Taubblindenklasse), Jerome Renou (Pädagoge), Alexandra Zeh-Mang (Pädadogin), Lukas Bogner, Dawinder Malundama , Florian Pichler, Sebastian Tastel (taubblind)
ARBOS-Team: Herbert Gantschacher, Werner Mössler, Markus Pol, Mostafa Elrhandouri.


Theaterprojekt mit Workshop zur Sensibilisierung der Sinne und zum Begreifen der Kultur- und Kommunikationstechniken von taubblinden Kindern und Jugendlichen.
"O spüren Sie nicht unsere Beschränkungen, denn wir machen Gebrauch von ihnen", schrieb die taubblinde Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Helen Keller (1880-1968) an den Wiener Philosophen Wilhelm Jerusalem (1854-1923), der ihr literarisches Talent entdeckte.
Bei diesem Projekt erfahren die TeilnehmerInnen eine Sensibilisierung der Sinne im kommunikativen Wechselspiel zwischen taubblinden und fünfsinnigen Jugendlichen. Es passiert fünfsinnigen Menschen immer wieder, dass sie Menschen, die vier-, drei-, zwei- oder einsinnig sind, als behindert ansehen, tatsächlich werden Kultur- und Kommunikationstechniken nur anders angeeignet.
Ein Leben mit weniger als fünf Sinnen kann erfüllt sein, das beweisen die Biografien von Laura Bridgman, Marie Heurtin und Helen Keller. Das Wissen darüber ist auch Wilhelm Jerusalem zu verdanken, der vor 125 Jahren die erste Monografie über Laura Bridgman schrieb und 1913 mit Helen Keller das erste Taubblindeninstitut in Wien mitbegründete. Viele Jahrzehnte ist dann das Wissen von Wilhelm Jerusalem in Vergessenheit geraten, diese Tatsache ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft.

Die Workshops sind Teil des Europäischen Projektes „Hidden History – Taubheit, Blindheit und Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918“


      
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Wien - VISUAL 17 - Freitag 13. Mai 10:00
im VAN SWIETEN SAAL der ÖSTERREICHISCHEN NATIONALBIBLIOTHEK
Freitag
13. Mai
10:00

ADI SCHOBER (Schlagwek), ARBOS – GESELLSCHAFT FÜR MUSIK & THEATER und BUNDESINSTITUT FÜR GEHÖRLOSENBILDUNG (Österreich)

„ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT - Zeitreisen zu Josef II. in Paris 1777, in Wien 1779 und 1790 sowie zur Weltausstellung in Wien 1873“
mit dem Schlagwerker Adi Schober sowie Ibrahim Hassan Abdi, Helala Abdulaziz, Marian Bisiac, David Ilic, Sebastian Kienzl, Melike Kocak, Filip Mickovic, Dejan Milosevic, Nikola Mitrovic, Arian Mossaduat, Zeenat Parvaiz, Fabian Posch, Annabel Stur, Anastacia Sut


Die Republik Österreich verfügt über bedeutende Institutionen, die die Identität der Republik Österreich und deren Gedächtnis bewahren. Dazu zählen das Österreichische Staatsarchiv und eben auch die Österreichische Nationalbibliothek.
Mittels Zeitreisen werden Orte und Plätze und die dazugehörigen Daten aufgesucht, um authentisch Geschichten zur Bildung von Gehörlosen aufzusuchen.
Die ersten drei Zeitreisen führen zu Josef II. und den Jahren 1777 in Paris und 1779 und 1790 in Wien. Die kurze Zeit der Aufklärung unter Josef II. bringt den Gehörlosen in Wien das erste Bildungsinstitut. Der Herrscher engagiert sich persönlich, um die Lebensbedingungen in seinem Reich verbessern und unternimmt viele Reisen. Eine solche Reise führt ihn 1877 auch nach Paris. Und dort besucht er am 7. Mai 1777 den Gehörlosenlehrer Abbé de l'Epée und wohnt dem Unterricht bei.
Und Josef II. wird 1779 dann in Wien das erste Institut zur Bildung für Gehörlose gründen und somit die Schulbildung für Gehörlose begründen, damit auch Gehörlose in der Folge durch Bildung selbstbestimmt ihr Leben meistern können.

Die vierte Zeitreise führt zur Weltausstellung in Wien im Jahr 1873. Im offiziellen Bericht zur Weltausstellung bestehend aus 95 Bänden wird in der Gruppe XXVI, die der Bildung gewidmet ist, auch über den Unterricht für Blinde und Gehörlose im Rahmen der Weltausstellung berichtet. International ist dieser Teil der Weltausstellung zur Gehörlosenbildung auch gewürdigt worden, E.M. Gallaudet von der gleichnamigen weltweit einzigen Universität für Gehörlose in Washington D.C. hat 1873 die Weltausstellung in Wien selbst besucht und in einem offiziellen Bericht der US-amerikanischen Regierung auch gewürdigt. Ebenso ist der Bildungsteil der Weltausstellung von Édouard Séguin in einem offiziellen Bericht der US-amerikanischen Regierung gewürdigt worden. Visuelles Theater über aufregende Zeiten mit visueller Musik und Trommeln!

      
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MEHR INFORMATIONEN
WIEN PROGRAMM im Urbanen Raum Wiens,
an U-Bahnstationen, S-Bahnstationen, Straßenbahnstationen
7. Mai – 14. Mai 2016 jeweils ab 10.00 Uhr

Guillaume Apollinaire
„o maine victime – o hand opfer“
Alfred Liechtenstein „Abschied“
U r a u f f u ̈h r u n g e n

Calligramm von Guillaume Apollinaire ins Deutsche übertragen von
Herbert Gantschacher


Inszenierung: Herbert Gantschacher
Bühne + Kostüme: Sanzaba Dimna
Lichtgestaltung: Bidpai
Gebärdensprachcoach: Horst Dittrich
Es spielen: Werner Mössler und Markus Rupert

Das zu spielende Calligramme im französischen Original (links)
und der deutschen Übertragung (rechts)


Dieses Projekt hat eine besondere Konzeption, weil es als Theater im Öffentlichen Raum gespielt wird.
Schauspieler ziehen von Ort zu Ort und spielen für Passanten und Wanderer sicher überraschend Theater. Die Schauspieler ziehen von Ort zu Ort wie andere Menschen auch. Sie sind nichts anderes als Menschen, als Schauspieler bleiben sie unsichtbar. Am Ort, der Station der Vorstellung, entsteht jedoch in Sekunden ihr Bühnenraum. Aus den beiden Menschen werden für einige Minuten Schauspieler, für manche Passanten oder Wanderer, die an diesem Ort gerade vorbeigehen oder Rast machen, sicher überraschend. Aber sicherlich für die Mehrzahl dieser Passanten bzw. Wanderer, die somit in Sekunden zu Zuschauern werden, auch die erste Begegnung mit Visuellem Theater und Gebärdensprache. Dann werden die Schauspieler wieder zu Menschen, begeben sich zum nächsten Spielort.
Gespielt wird zuerst im Urbanen Raum Wien an U-Bahnstationen und S-Bahnhöfen des VOR und der ÖBB im Mai 2016.
Als Spieltext dient eines der Calligramme des Dichters Guillaume Apollinaire (1880-1918), der für das Calligramm „O MAIN VICTIME“ die Form der Hand nimmt. Und Hände sind unabdingbarer Teil der Gebärdensprache.
Guillaume Apollinaire ist ein grandioser Dichter er Moderne, der das Ende des Großen Krieges nicht mehr erlebt und am 9. November 1918 in Paris stirbt.
"O MAIN VICTIME" von Apollinaire 1915 als Calligramme erdacht, wird im öffentlichen Raum als visuelles Theater umgesetzt: "O HAND OPFER / - stets - / KLAGEN / SOLANGE / DER GRUND / ist eine / KETTE."

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„Abschied“ Alfred Liechtenstein
Inszenierung: Herbert Gantschacher
Bühne + Kostüme: Sanzaba Dimna
Lichtgestaltung: Bidpai
Es spielen: Werner Mössler und Markus Rupert



Bevor Alfred Lichtenstein (1889-1914) Anfang August 1914 an die Front abfährt, schreibt und schickt er das Gedicht "Abschied" an Peter Scher (1880-1953), dem späteren Chefredakteur des Satireblattes "Simplicissimus".






Abschied
Vorm Sterben mache ich noch mein Gedicht
. Still, Kameraden, stört mich nicht.
Wir ziehn zum Krieg. Der Tod ist unser Kitt.
O, heulte mir doch die Geliebte nit.
Was liegt an mir. Ich gehe gerne ein.
Die Mutter weint. Man muss aus Eisen sein.

Die Sonne fällt zum Horizont hinab.
Bald wirft man mich ins milde Massengrab.
Am Himmel brennt das brave Abendrot.
Vielleicht bin ich in dreizehn Tagen tot.

Alfred Lichtenstein (links) - Apollinaires (rechts) Calligrammes (Mitte)
mit der Hand.


Und am 25. September 1914 kommt Lichtenstein bei Vermandovillers an der Front beim Fluss Somme in Frankreich zu Tode.

Vorstellungen vom 7. bis 14. Mai 2016 im Urbanen Raum in Wien
an U-Bahnstationen und S-Bahnhöfen des VOR und der ÖBB jeweils ab 10.00 Uhr.

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„Hidden History – Taubheit, Blindheit und Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918“

das Europäische Projekt von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater über Kriegsinvalidität im Ersten Weltkrieg in Kooperation mit der Stadt Sassnitz auf der Insel Rügen, der Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt (Deutschland), Bornholm und den Erbseninseln Christiansø, Frederiksø und Græsholm (Dänemark), der Stadt Trelleborg (Schweden) und der Stadt Kingisepp (Russland)

Im Oktober 2014 hat die Stadt Sassnitz auf der Insel Rügen (Deutschland) zu einem Pilotprojekt zum Thema "Hidden History - Kriegsinvalidität, Taubheit, Blindheit und Taubblindheit" die Städte Trelleborg (Schweden), Kingisepp (Russland) und als österreichischen Vertreter ARBOS - Gesellschaft für Musik und Theater eingeladen. Dieses Projekt wird nun in Österreich beim Festival VISUAL 17 vom 9. Mai bis 13. Mai 2016 mit den internationalen Partnern in Wien abgeschlossen.
Der Anlass war die Vorbereitung eines kulturellen und wissenschaftlichen Projekts aus Anlass zum hundertsten Jahrestages des beginnenden Kriegsinvalidenaustausches 1915 zwischen dem Russischen Reich der Romanows, dem Deutschen Reich der Hohenzollern und der Vielfachmonarchie des Erzhauses Habsburg über die Eisenbahnfähre Sassnitz-Trelleborg.
ARBOS ist am Pilotprojekt dank einer Förderung in Form eines Reisekostenzuschusses durch Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser und Landeshauptmannstellvertreterin Dr. Beate Prettner für Kärnten vertreten gewesen.
Aus diesem Pilotprojekt ist in der Zwischenzeit das Europäische Kulturprojekt "Hidden History - Kriegsinvalidität, Taubheit, Blindheit und Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918" geworden, an dem sich ARBOS - Gesellschaft für Musik und Theater (Österreich), die Stadt Sassnitz auf der Insel Rügen (Deutschland), die Stadt Kingisepp (Russland), und der Verein Königslinie Sassnitz-Trelleborg (Deutschland-Schweden) beteiligen. Organisiert wird das Projekt von "Arbeit und Leben" (Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, eine gemeinsamen Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Volkshochschulen).
Finanziert wird dieses spartenübergreifende Kulturprojekt aus Budgetmitteln der Europäischen Union aus dem Bereich Kultur "Erasmus+" mit einem Betrag von bis zu 50.000,- Euro.
ARBOS - Gesellschaft für Musik und Theater ist nun mit fünf Projekten an diesem Europäischen Kulturprojekt "Hidden History" beteiligt:
- "Der Pianist Paul Wittgenstein und der Kriegsinvalidenaustausch ab 1915" Über die Eisenbahnfähre zwischen der schwedischen Hafenstadt Trelleborg und dem deutschen Hafen in der Stadt Sassnitz sind ab Sommer 1915 mit Sanitätszügen Kriegsinvalide ausgetauscht worden. Unter diesen Kriegsinvaliden befanden sich unter anderem der Pianist Paul Wittgenstein und auch Otto Bauer, der spätere Außenminister der ersten Republik Österreich.
Wittgensteins rechte Hand musste als Folge von Gefechten an der Front amputiert werden. Im November 1915 ist er über die Eisenbahnfähre Sassnitz-Trelleborg als Kriegsinvalide ausgetauscht worden. Für Paul Wittgenstein konnte sogar noch ein Zeitzeuge ausfindig gemacht werden, Michael Jerusalem konnte im Jahr 2014 noch berichten, dass er als junger Gymnasiast und Student in Wien Paul Wittgenstein begegnet ist und sehr beeindruckt war sowohl von der Person als auch den Künstler Wittgenstein, dass dieser als einarmiger Pianist derart beeindruckend Konzerte mit der linken Hand allein spielen konnte. Michael Jerusalem ist der Enkelsohn des Wiener Philosophen, Pazifisten und Reformpädagogen Wilhelm Jerusalem.
- "Talking Gloves - Sprechende Handschuhe" Visuelles Theater zum Thema Taubheit, Blindheit und Taubblindheit nach Bildern "Sämann und Teufel / Sturm. Den Namenlosen / Totenopfer / Der Auferstandene" von Albin Egger-Lienz und Gedichten "Wacht / Patrouille / Kriegsgrab" von August Stramm
- "Verweigert den Krieg!" ein Theaterprojekt mit Originaltexten der taubblinden Helen Keller und des Wiener Pazifisten, Philosophen und Reformpädagogen Wilhelm Jerusalem mit dem gehörlosen Schauspieler Werner Mössler (er ist 2013 für den Würdigungspreis für Darstellende Kunst des Landes Kärnten nominiert worden).
- "Eine Trommel, ein Seil, ein Schwamm, Handshaker und viele andere Dinge mehr“ ein Theaterprojekt mit taubblinden und fünfsinnigen Jugendlichen.
- „Begreifen-Erriechen-Erschmecken“ - Theaterworkshop zur Sensibilisierung der Sinne und zum Begreifen der Kultur- und Kommunikationstechniken von taubblinden Jugendlichen.
An diesen Projekten aus den Bereichen Kultur-Bildung-Schule-Forschung-Lehre ist Kärnten mit der Neuen Mittelschule Klagenfurt-Wölfnitz und eben ARBOS beteiligt. Auch die Teilnahme von gehörlosen, hörbehinderten und taubblinden Jugendlichen kann sichergestellt werden und somit die aktive Teilhabe an künstlerischen Projekten.

"Der Pianist Paul Wittgenstein und der Kriegsinvalidenaustausch zwischen dem russischen Reich, dem Hohenzollernreich und der Vielfachmonarchie des Erzhauses Habsburg"

Ein Kooperationsprojekt der Städte Sassnitz (Deutschland), Trelleborg (Schweden), Kingisepp (Russland) gemeinsam mit ARBOS - Gesellschaft
für Musik und Theater (Österreich).


Ein weitgehend eher unbekanntes Kapitel in der Geschichte des Großen Krieges ist der Austausch von Kriegsinvaliden zwischen Russland, dem Deutschen Reich der Hohenzollern und der Vielfachmonarchie des Erzhauses Habsburg.
Der Krieg im Jahr 1914 begann als ein von Europäischen Mächten lokal begrenzter Konflikt am Balkan im Juli 1914, der dann von den Administrationen der Herrscherhäuser Hohenzollern und Habsburg zu einem Europäischen Krieg gemacht worden ist, wobei hier die Administration am Ballhausplatz in Wien federführend war, weil sie ohne formale Kriegserklärung mit der k.u.k. Wehrmacht ins neutrale Belgien einmarschierte. Somit bewies die Habsburg-Administration in exemplarischer Art und Weise, dass sie kein Interesse daran hatte, dass der Konflikt am Balkan mit Serbien lokalisiert bleibt. Im cisleithanischen Teil der Vielfachmonarchie hatte der Habsburgerherrscher den Ausnahmezustand verfügt und konnte so auch einfach den Krieg verordnen!
In der Kriegshetze und Kriegspropaganda spielte natürlich der Doppelmord von Sarajevo vom 28.Juni 1914 eine Rolle, doch dieses Attentat (ermöglicht unter Mithilfe einer dilettantisch agierenden Bürokratie des Erzhauses Habsburg am bosnischen Schauplatz), hatte mit in Folge mit dem im August 1914 beginnenden Krieg nichts zu tun. Die Propaganda macht uns auch nach hundert Jahren noch glauben, das es so war und ist, doch die Dokumente sprechen eine andere Sprache!
Die Kriegspropaganda sprach auch von einem kurzen erfolgreichen Krieg in den Ländereien der Kriegshetzer und Kriegsverursacher der Hohenzollern und des Erzhauses Habsburg.


Fährhafenhaus und Gleisanlagen im Eisenbahnfährhafen Sassnitz auf der Insel Rügen. Hier kamen die Kriegsinvaliden aus Russland aus dem schwedischem Trelleborg und wurden dann in die Reiche der Hohenzollern und des Erzhauses Habsburg mit Sanitätszügen weitertransportiert ab Mitte August 1915.

Tausende von Menschen gerieten in wechselseitige Gefangenschaft. Unter Vermittlung des Roten Kreuzes und des neutral gebliebenen Schweden wurde zwischen den kriegführenden Parteien Russlands, des deutschen Reiches der Hohenzollern und der Vielfachmonarchie des Erzhauses Habsburg zumindest ein Austausch von Kriegsinvaliden vereinbart, der dann Mitte August 1915 begonnen hat und über die Route der russischen Eisenbahn bis an die fínnisch-schwedische Grenze (Finnland war zu Kriegsbeginn im August 1914 Teil des russischen Reiches) bei Torneo und Haparanda (die schwedische Eisenbahngrenzstation) durch Schweden bis in den schwedischen Eisenbahnfährhafen Trelleborg weiter über die Vogelfluglinie in den Eisenbahnfährhafen Sassnitz auf der Insel Rügen führte. Die Kriegsinvaliden wurden unter Benutzung von Sanitätszügen zurück in das Deutsche Hohenzollernreich und die Habsburgische Vielfachmonarchie geführt.
Zu den ausgetauschten Kriegsinvaliden zählten auch der Paul Wittgenstein und Otto Bauer, der sozialdemokratische Politiker und spätere Außenminister der ersten Republik Österreich.
Paul Wittgenstein hat 1913 seine Karriere als Konzertpianist begonnen. Im Großen Krieg ist Leutnant Paul Wittgenstein während Kampfhandlungen am 9.August 1914 in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Bei den Kämpfen ist sein rechter Arm derart schwer verletzt worden, so dass dieser amputiert werden musste. Am 11.Dezember 1915 ist Paul Wittgenstein im Rahmen des Kriegsinvalidenaustausches über Torneo, Trelleborg, Sassnitz nach Wien zurückgekommen. Für Paul Wittgenstein konnte sogar noch ein Zeitzeuge ausfindig gemacht werden, Michael Jerusalem konnte im Jahr 2014 noch berichten, dass er als junger Gymnasiast und Student in Wien Paul Wittgenstein begegnet ist und sehr beeindruckt war sowohl von der Person als auch den Künstler Wittgenstein, dass dieser als einarmiger Pianist derart beeindruckend Konzerte mit der linken Hand allein spielen konnte. Michael Jerusalem ist der Enkelsohn des Wiener Philosophen, Pazifisten und Reformpädagogen Wilhelm Jerusalem.




Auszug aus dem Hauptgrundbuchblatt von Paul Wittgenstein (links) - Während der Kampfhandlungen ist er am 9.August 1914 in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Bei den Kämpfen ist sein rechter Arm derart schwer verletzt worden, so dass dieser amputiert werden musste. Am 11.Dezember 1915 ist er im Rahmen des Kriegsinvalidenaustausches über Torneo, Trelleborg, Sassnitz nach Wien zurückgekommen (Mitte) - in der Kriegsgefangenschaft ist der zum Oberleutnant der Reserve ernannt worden (rechts).

Um seine Karriere als Pianist fortsetzen zu können, hat er eine große Anzahl von Kompositionen für die linke Hand bei Komponisten wie beispielsweise Sergej Prokofjew, Maurice Ravel, Paul Hindemith oder Erich Wolfgang Korngold in Auftrag gegeben.
1915 fanden die drei kriegführenden Mächte der Adelshäuser der Romanows, der Hohenzollern und des Erzhauses Habsburg durch das Völkerrecht und das Internationale Rote Kreuz den Minimalkompromiss, wenigstens die gegenseitig im Zuge von Kampfhandlungen gefangen genommen Kriegsverwundeten im Zuge eines Kriegsinvalidenaustausches.
Hundert Jahre später finden sich Schüler und Jugendliche, Künstler und Politiker aus Russland, Finnland, Schweden, Deutschland und Österreich zusammen, um diese gemeinsame Geschichte zu Anlass zu nehmen, durch gemeinsame Projekte den Dialog der Kulturen zu pflegen, denn nur Dialog nützt dem Frieden und führt tatsächlich zu einem Haus Europa.



Waggon für Sitzende (links) - Waggon für Liegende jenseits permanent, diesseits improvisiert eingerichtet (rechts).

Dazu wird an einer gemeinsamen Publikation gearbeitet, die den Kriegsinvalidenaustausch dokumentiert. Dazu gibt es eben auch die künstlerischen Projekte aus den Städten Kingisepp (Russland), Trelleborg (Schweden), Sassnitz (Deutschland) und ARBOS - Gesellschaft für Musik und Theater (Österreich).

Schema jener Spitalzüge, mit denen der Kriegsinvalidenaustausch zwischen dem russischen Reich der Romanows, dem Deutschen Reich der Hohenzollern und der Vielfachmonarchie des Erzhauses Habsburg ab Mitte August 1915 durchgeführt worden ist.
„Hidden History – Taubheit, Blindheit und Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918“ in Wien vom 9. Mai bis 13. Mai 2016 im THEATER SPIELRAUM Kaiserstraße 46, im Haus-, Hof- und Staatsarchiv am Minoritenplatz, im Österreichischen Staatsarchiv in der Nottendorfergasse in Erdberg und im Heeresgeschichtlichen Museum in Arsenal.

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WORKSHOP – MEISTER KLASSEN
         
Kindertheater für und in Schulklassen
„Ich sehe was, was Du nicht siehst“

mit Werner Mössler
Als zusätzliches Angebot gibt es die Möglichkeit, dass Künstler in einem Workshop in eine Schule kommen (oder die Schule kommt ins Theater) und mit den Kindern im Rahmen eines Workshops am Theaterprojekt „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ zeigen, wie dieses Theaterprojekt entstanden ist (vom geschriebenen Text bis zur Produktion der DVD für die „Visuelle Theaterbibliothek“. Das Theaterstück ist mit dem Europasiegel für innovative Sprachenprojekte ausgezeichnet worden.

Anfragen und Anmeldung per E-Mail obligatorisch beim Chefdramaturgen Karl-Heinz Jäger E-Mail: arbos.drama@arbos.at




Visuelle Musik – Meisterklasse-Workshop am Beispiel Viktor Ullmanns
„Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“, „Hölderlin-Lieder“,
„Wendla im Garten“

Der Komponist Viktor Ullmann (1898-1944) hat eine Reihe bedeutender musikalischer Werke geschaffen, darunter auch sein Melodram „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“, die „Hölderlin-Lieder“ oder „Wendla im Garten“. Wie solche musikalische Meisterwerke in Visuelles Theater in Gebärdensprache umgesetzt werden kann, zeigt dieser Meisterklasse-Workshop am 13.Mai um 16.00 Uhr im Klavieratelier Hecher.

Anfragen und Anmeldung per E-Mail obligatorisch beim Chefdramaturgen Karl-Heinz Jäger E-Mail: arbos.drama@arbos.at

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Ausstellung "Die 5 Sinne" von Burgis Paier im Foyer des Wiener Theaters SPIELRAUM täglich ab 18.00 Uhr, Eintritt freii
         

"Die 5 Sinne" Begreifbare Porträts zu den 5 Frauen Laura Bridgman, Marie Heurtin, Helen Keller, Mary Ann Moore und Sarah Harvey Porter von Burgis Paier

„O spüren Sie nicht unsere Beschränkungen, denn wir machen Gebrauch von ihnen“ schrieb die taubblinde Schriftstellerin Helen Keller 1905 an den Wiener Philosophen Wilhelm Jerusalem, der als erster ihr literarisches Talent entdeckte.
Dieser Satz von Helen Keller ist auch als Motto der Ausstellung der Bilder von Burgis Paier zu verstehen über das Tasten, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen anhand der Biografien von fünf Frauen:
• Laura Bridgman (1829-1889) verfügte nur über den Tastsinn. Sie war die erste Taubblinde, die eine volle Schulbildung erhielt und auch Klavier spielen konnte.
• Marie Heurtin (1885-1921) konnte tasten, riechen sowie auch lesen und schreiben.
• Helen Keller (1880-1968) schaffte es als Taubblinde mit höchster Auszeichnung zu promovieren, schrieb Bücher und war 1913 an der Gründung des ersten Taubblinden-Instituts in Wien beteiligt.
• Die blinde amerikanische Dichterin Mary Ann Moore (1843-1918) erzielte mit Ihren Büchern große Erfolge.
• Die amerikanische Pädagogin Sarah Harvey Porter (1856-1922) zeigte, dass Musik auch für Gehörlose erlebbar ist.
Die Bilder sind im wahrsten Sinn des Wortes begreifbar und wurden von der bildenden Künstlerin Burgis Paier geschaffen.

Ausstellungseröffnung am 7. Mai 2016 um 18.00 Uhr im Theater SPIELRAUM. Die Ausstellung ist täglich ab 18.00 Uhr zu besichtigen.
Führungen durch die Ausstellung jederzeit möglich gegen Voranmeldung per E-Mail arbos.deaftheatre@arbos.at oder SMS + Telefon 0664-8916491


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Filmprogramm im Theater SPIELRAUM
täglich ab 18.00 Uhr, Eintritt frei
WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien



Diese Programmschiene ist dem Präsentieren von außergewöhnlichen Filmen mit gehörlosen, hörbehinderten und hörenden Künstlern gewidmet. Im Jahr 2013 werden drei Filme und die ersten drei Bände der "Visuellen Theaterbibliothek" im Programm sein.
"Schweinealm"

Ein Kommissar auf der Jagd nach Flüchtllngen, der eine ist taub und wird schwarz, gelb, rot und blau, der andere stellt sich taub. Eine rasante Komödie mit vielfärbigem Humor.
Volkskultur auf höchstem Niveau! Zum ersten Mal tritt der weltberühmte Kärntner Landesvater und Zwerghitler im oder in der Schüssel singend auf einer echten Bühne auf und singt bärige Lieder über seine Wirkungsstätte, der durch unbezahlbare Werbung weltbekannt gewordenen Almen der Schweinealm. Das Personal dieser Komödie setzt sich zusammen aus einem Kommissar namens vulgo Mitterer, der von Leipzig über Wölfnitz und Lamm auf die Schweinealm mit Sonderauftrag kommt, Flüchtlinge zu fangen. Die beiden Flüchtlinge heißen Thomas und Jeremias, sie sind entweder taub oder stellen sich taub. Zwei Frauen auf der Flucht. Schüssel, Zwerghitler, Sarkozy und der Geist von Richard Wagner geben der Komödie das gewisse Etwas. Ausgeheckt wird die Komödie von drei Burkhafrauen. Doch Vorsicht! Der Schoß, äh Schüssel, ist fruchtbar noch aus dem der Zwerghitler kroch!

"Himmel auf Erden"

Ein Lustspiel um einen unehelichen Sohn einer ledigen Bauernmagd.
Ein Sohn ist geboren worden, doch leider von der ledigen Bauernmagd Maria und als illegitimes Kind des legitimen Herrn des Bauernhofs. Er ist das ungeplante Ergebnis eines heißen Tages und einer heißen Nacht zur Sommersonnenwende. Und schon ist die Konfusion komplett. Maria lässt ihren Sohn Johannes heimlich taufen. Ein Engel fliegt durch das Stück und erzählt vom Paradies. Selbst Gott muss auftreten, um in diesem Stück Unschuldsvermutung für Ordnung zu sorgen.

Zur Dokumentation
des Missbrauchs von Schutzbefohlenen


Die Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungswerkstatt von ARBOS hat Originalfälle von Kindesmissbrauch aus drei Jahrhunderten gesammelt.

Wer kennt sie nicht, die im Dienst der Kirche handelnden Dr. W., Pater M., Pater H., Pfarrer I und Pfarrer S. Sie sind handelnde Beispiele aus Gottes dienender Schar, die sich des Missbrauchs auch an gehörlosen Jugendlichen strafbar gemacht haben. Für solches Personal hat Jesus die Todesstrafe gefordert: "Wer aber ärgert dieser Geringsten einen die an mich glauben, dem wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft werde im Meer, da es am tiefsten ist."(Matthäus 18). Kindesmissbrauch macht und machte auch vor gehörlosen Kindern nicht Halt.


"Es war einmal ..
        Es wird einmal ..."


Dank der Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungswerkstatt von ARBOS werden erstmals die geschichtlichen Quellen der Gehörlosenbildung in Wien erforscht.
Zu verdanken ist dies dem aufgeklärten Kaiser Josef II . – dem ersten und letzten aufgeklärten Mitglied des Erzhauses Habsburg, davor war nichts und danach auch nichts, so dass die Habsburgische Vielfachmonarchie 1918 sich auflöste. Er sorgte dafür, dass das französische Bildungsmodell für Gehörlose des Abbé de l`Epée auch in Wien seine Anwendung fand. Thema des Stückes „Es war einmal … es wird einmal …“ ist Situation der Gebärdensprache der Gehörlosen in der Gesellschaft. Denn es war einmal eine Zeit, da waren alle Sprachen gleich, jeder gebrauchte seine Sprache im Alltag und in der Schule, auch die Gebärdensprache ist als gleichberechtigt anerkannt gewesen. Doch dann urteilten Gelehrte und Philosophen über die Gebärdensprache, dass sie keine Sprache sei. Und wurde 1880 wurde beim Mailänder Kongress der Gehörlosenpädagogen die Gebärdensprache im Unterricht verboten. Gehörlose wurden nun nicht mehr in ihrer Muttersprache, der Gebärdensprache unterrichtet, sondern in Lautsprache. Das Bildungsniveau der Gehörlosen sank. Gehörlose wurden auch Opfer in der NS-Zeit (Euthanasie & Sterilisation). Doch die Gebärdensprache, die Mutter aller Sprachen, erkämpft sich langsam aber sicher ihre ursprüngliche Bedeutung zurück und wird in der Zukunft wieder den ihr zustehenden Platz unter allen Sprachen einnehmen.


"Die 5 Sinne"

Ein visuelles Theaterstück über das Tasten / Berühren, das Riechen, das Schmecken, das Hören und das Sehen in einem Bühnenbild zum Ertasten / Berühren, Erriechen, Erschmecken, visuellem Sehen und Hören nach dem Motto:
„O spüren Sie nicht unsere Beschränkungen, denn wir machen Gebrauch von ihnen.“ Die taubblinde Schriftstellerin Helen Keller an den Wiener Philosophen Wilhelm Jerusalem 1905.


"Talking Gloves – Sprechende Handschuhe“
Visuelles Theater nach Bildern von Albin Egger-Lienz und Gedichten von August Stramm

Können Hände sprechen? Ja, das können Sie! Die Hände sind Teil der Muttersprachen der Taubblinden und Gehörlosen. Und die Hände sind als "Talking Gloves - Sprechende Handschuhe" das Kommunikationsmittel für Taubblinde. Das zeigt die Vorstellung "Talking Gloves - Sprechende Handschuhe". Bilder und Gedichte werden visuell dargestellt. Albin Egger-Lienz' Kunst und August Stramms Poesie werden mittels der Gebärdensprache und dem Lormen dargestellt.
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Visuelle Theaterbibliothek im Theater SPIELRAUM
täglich ab 18.00 Uhr, Eintritt frei
WITAF
Theater
SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
1070 Wien



„Visuelle Theaterbibliothek”

im WITAF täglich ab 18.00 Uhr, Eintritt frei

Es ist im wahrsten Sinn des Wortes augenfällig geworden, dass es für Gehörlose keine Bibliotheken gibt, in denen sie ihre Sprache "lesen" können. Und "Lesen" bedeutet für Gehörlose neben dem Lesen von Büchern und Texten in deutscher Schriftsprache auch "Lesen" von Büchern und Texten in Gebärdensprache. Dieses "Lesen" wiederum bedeutet aber, dass für Gehörlose eine eigene Form von Bibliotheken geschaffen werden muss, nämlich die visuelle Bibliothek in der Form von DVD-Produktionen. Solche Projekte gibt es in Österreich nicht, sie sind aber ein wichtiger Bestandteil für die kulturelle und künstlerische Weiterbildung für Gehörlose. So wie Hörende ihre Sprache in gedruckter Form lesen können, so müssen Gehörlose ebenso die Möglichkeit haben, ihre Sprache visuell lesen zu können. Diese DVDs werden auch zweisprachig angelegt werden, eine DVD wird nur die Gebärdensprache zeigen und in deutsche Lautsprache wird zu hören sein, auf einer zweiten DVD werden nebeneinander der Text zu lesen und die in Gebärdensprache zu sehen sein und natürlich auch zu hören.


Band 1
"Wilhelm Jerusalem – Helen Keller:
„Briefe"

Von 1890 bis 1923 leistete der österreichische Philosoph Wilhelm Jerusalem in Wien revolutionäre Forschungsarbeit für die Bildung von Gehörlosen und Taubblinden. Jerusalem war im ständigen Briefkontakt mit der taubblinden Schriftstellerin und Menschrechtsaktivistin Helen Keller. Ihre Korrespondenz steht im Mittelpunkt dieses neuen dokumentarischen Theaters.


"Ich sehe was, was Du nicht siehst"

Band 2
"Ich sehe was,
  was Du nicht siehst"


Ausgehend von Kinderreimen wird aus einem Szenarium ein Theaterstück entwickelt, um gehörlosen Kindern die Gebärdensprache auch als Theatersprache zu vermitteln und hörenden Kindern diese einzigartige Sprache als gleichwertige Kommunikationsform zur gesprochenen Sprache näherzubringen. Beginnend mit "Kribbelmärchen" über "Fingerspiele", "Handmärchen" werden mit "ersten Schritten" "unnütze Fragen" gestellt, in Form von "Bildfragen" Rätsel gestellt und gelöst und zu guter Letzt das ABC in Gebärdensprache gezeigt. Sieben Szenen für Kinder ab fünf Jahren und deren Lehrer, Eltern und Verwandte. Die Kinder im Publikum werden diese zum Mitspielen eingeladen. Ausgezeichnet mit dem Europasiegel für innovative Sprachenprojekte.


“Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Band 3
"Erklärung der Menschen-
und Bürgerrechte

(Déclaration des Droits de l'Homme et du Citoyen) 26. August 1789"


Die "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte 26. August 1789" ist einer der wichtigsten Menschenrechtstexte der Geschichte, der dann 1791 um die Rechte der Frauen und Bürgerinnen erweitert worden ist. Dieser Text liegt nun erstmals auch in österreichischer Gebärdensprache vor.
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VISUAL XVII Europäische Theaterkonferenz
7.Mai, 11.00 im Foyer des Wiener Theaters SPIELRAUM, Kaiserstraße 46

Die Europäische Theaterkonferenz VISUAL XVII im Jahr 2016 widmet sich dem Thema der internationalen Vernetzung von gehörlosen Künstlern in Europa und weltweit. Diese Konferenz wird sich auch mit den Aktivitäten des Europäischen & Internationalen Gehörlosentheaterfestivals in Wien und Österreich und der Konferenz der letzten elf Jahre beschäftigen und sich mit Fragen für die Zukunft des Gehörlosentheaters beschäftigen.
Der zentrale Schwerpunkt der Konferenz 2016 ist das Europäische Projekt „Hidden History – Taubheit, Blindheit, Taubblindheit im Großen Krieg 1914-1918“.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist die Ausbildung und Weiterbildung von gehörlosen Schauspielern. Professionelle Weiterbildung von gehörlosen Künstlern in Europa mit dem Schwerpunkt Theater – Diese Fortbildungskurse sollen gehörlosen Künstlern eine Erweiterung ihrer Ausdrucksmöglichkeiten für die Bühne geben. Neue Perspektiven sollen durch die Arbeit an künstlerischen Themen entstehen. Es erfolgt somit eine klare künstlerische Ausrichtung auf hohem Niveau. Es wird die Frage diskutiert, wie die Ausbildung zum professionellen gehörlosen Schauspieler in Europa organisiert ist und welche Ausbildungsstätten in Europa für Gehörlose zur Verfügung stehen.
„Sprachen sind verschiedene Anschauungsweisen der Welt“ sagt Alexander von Humboldt. Dies trifft auch auf die Gebärdensprache der Gehörlosen zu, die eine vollwertige Sprache mit allen Kennzeichen einer Sprache ist. Die Gebärdensprache der Gehörlosen ist in ihrer Anlage eine Körpersprache (der Mutter aller Sprachen), eine „Sprache im Raum“ und trägt somit den theatralischen Ausdruck schon in sich. Die Gebärdensprache der Gehörlosen ist in allen europäischen Ländern eine Minderheitensprache.
Für die konsequente Arbeit im Bereich des Gehörlosentheaters wurde ARBOS in London mit dem EUROPÄSCHEN KUNSTPREIS DER FINANCIAL TIMES (Cerec-Award) ausgezeichnet. Die Begründung der Jury lautete: „Eine führende Institution der Kunst bringt die Arbeit von gehörlosen Künstlern zu einem größeren europäischen Publikum.“

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Horst Dittrich
"Was Sie über Visuelles Theater wissen sollten"

Horst Dittrich  HORST DITTRICH

VIENNA SUBWAY "November 1918"


Visuelles Theater ist eine eigene Form des Theaters, gleichberechtigt neben anderen Theaterformen.

Visuelles Theater ermöglicht es auch professionellen gehörlosen Künstlern, gleichberechtigt auf der Bühne ihre Formen von Theater zu zeigen.

Es gibt verschiedenste Formen wie gehörlose Theaterkünstler auf Bühne ihr Können zeigen beispielsweise Theater in Gebärdensprache mit gehörlosen Schauspielern, Theater in Gebärdensprache mit gehörlosen und hörenden Schauspielern, choreographisches Theater (ausgehend von Gebärden, die wunderbar visuell zu choreographieren sind), visuelle Musik, physisch über Schwingungen erlebbare Musik, Bewegungstheater, Tanztheater und „Story-Telling“ (letztere ist eine Theaterform, die es nur im Gehörlosentheater gibt, gehörlose Schauspieler spielen dramatische Miniaturen in Gebärdensprache).

Die Form des visuellen Theaters kann alle diese Theaterformen in sich vereinen und somit eine universelle Theatersprache entwickeln, die für alle emotional verständlich und erlebbar ist.

Wenn gehörlose Künstler Theater nur in der gehörlosen Welt spielen, so erreichen sie aber dann nicht die gesamte Öffentlichkeit.

Durch den Schritt in die gesamte Öffentlichkeit wird der Beweis erbracht, dass sich gehörlose Künstler im Theater mit den Formen des visuellen Theaters sich auf demselben Niveau bewegen wie alle anderen Theater und Theaterformen auch.

Visuelles Theater ist eine Kunstform

Im Theater ist durch die Arbeit mit ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater sowie die Präsentation von Vorstellungen im Theater SPIELRAUM dem Toihaus Salzburg und der „neuebuehnevillach“ sowie durch VSUAL das Europäische und Internationale Visuelle Theater Festival die Gleichberechtigung für gehörlose Künstler hergestellt.

Im täglichen Leben der Gehörlosen gibt es diese Gleichberechtigung nicht immer oder besser gesagt selten. Das beste Beispiel für die Gleichberechtigung der Gebärdensprache zeigt Finnland. Seit 1955 ist die Gebärdensprache als gleichberechtigte Minderheitensprache in der Verfassung verankert und genießt im täglichen Leben die selben Rechte wie alle anderen Minderheitensprachen in Finnland wie das Schwedische, das Russische, die Sprache der Roma und Sinti und auch die Sprache der Samen in der Arktis im Norden Finnlands.

Die Gebärdensprache verwendet Mimik, Gestik und Hände. In jedem Land der Welt gibt es eine eigene Gebärdensprache (auch mit regionalen Dialekten wie in jeder Sprache). Jede Gebärdensprache hat eine eigene Grammatik. Diese Grammatik ist in allen Gebärdensprachen ähnlich. Es gibt auch eine eigene Österreichische Gebärdensprache, die sich von der Deutschen Gebärdensprache durch unterschiedliche Gebärden (= „Worte“) deutlich absetzt (in Österreich gibt es 500.000 hörbehinderte und 10.000 von Geburt an gehörlose Menschen). Darüber hinaus gibt es auch „International Signs“, das sind eine bestimmte Anzahl von Gebärden, die zur Kommunikation zwischen Gehörlosen aus verschiedenen Ländern verwendet werden (ähnlich dem „Esperanto“, das ja auch eine künstliche Sprache ist). Als visuelle „Sprache im Raum“ ist die Gebärdensprache der Gehörlosen die beste Theatersprache der Welt.

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"Von 2000 bis 2016 –
siebzehn Jahre eines außergewöhnlichen Festivals!"

In den Jahren 1998 und 1999 fanden in Wien die ersten beiden österreichischen Gehörlosentheaterfestivals von ARBOS-Gesellschaft für Musik und Theater statt. Aber an beiden Festivals haben schon gehörlose Künstler mitgearbeitet wie Howie Seago aus Seattle (USA) oder Juho Saarinen aus Helsinki (Finnland) oder das VDN-Gehörlosentheater der Theaterfakultät DIFA der Janaček-Universität JAMU mit Prof. Zoja Mikotová aus Brno (Tschechische Republik) oder SENA Y VERBO (Mexiko).
Von diesen Erfahrungen ausgehend wurde ein Konzept für ein Europäisches & Internationales Festival für die Stadt Wien entwickelt, das auch der Kulturabteilung der Stadt Wien vorgelegt wurde. Seit dem Jahr 2000 unterstützt die Stadt Wien tatkräftig gemeinsam mit der Kulturabteilung und den amtsführenden Stadträten für Kultur, Peter Marboe (am Anfang) und Andreas Mailath-Pokorny das Festival. Die Stadt Wien hat sich somit zum bedeutendsten Förderer weltweit entwickelt. Denn das Festival VISUAL an sich ist einzigartig 57 Theater, Künstler, Institutionen aus 30 Ländern und von 4 Kontinenten zeigten bislang ihre Vorstellungen und Visionen von Theater.
Theater, Künstler und Institutionen in Alphabetischer Reihenfolge:
ACCUS – Theater (Österreich), Derrick Amanatidis (Griechenland), Marika Antonova (Lettland) ARBOS – Gesellschaft für Musik & Theater (Österreich), ART 2B Cusco (Peru), Australian Theatre of the Deaf, Miriam Berger (Schweiz), Berliner Gehörlosenbühnenklub gegründet in 1881 (Deutschland), Bernard Bragg (USA), Theodor Burkali (Ungarn), Carl Anthony Cockram (Großbritannien), Ariel Cohen (USA), Deaf Theatre Kingston (Jamaika), Deaf Way II (USA), Simone Detig (Deutschland), Deutsches Gehörlosentheater, Divadlo NESLISYM Brno (Tschechische Republik), Draumasmidjan Reykjavik (Island), EFFETA Nitra (Slowakei), Robert Farmer (Australien), Finnisches Gehörlosentheater Helsinki, Gallaudet University Washington D.C. (USA), Gestisches Theater Berlin (Deutschland), Evelyn Glennie (Großbritannien), Handtheater (Holland), Hi ! – Theatre (Singapur), Hongkong Gehörlosentheater, International Visual Theatre Paris (Frankreich), Dževad Karahasan (Bosnien & Herzegowina), Arnold Kreuter (Österreich), Łódźka Scena (Polen), Luzerner Theater (Schweiz), Ramesh Meyyappan (Singapur), Joshua Monten (Schweiz), National Specialized Institute for the Arts Moskau (Russland), NEPANTO Praha (Tschechische Republik), „neuebuehnevillach“ (Österreich), New Art Studio Moskau (Russland), Trung Duc Anh Nguyen (Vietnam), Ingeborg Okorn (Österreich), Kate O`Reilly (Irland), Possible World Berlin (Deutschland) P.S.I. Divadlo Brno (Tschechische Republik), Quest: arts for everyone (USA), RĪTAUSMA (Lettland), Road Signs (USA), Juho Saarinen (Finnland), Silent Theatre (Hongkong), Spike Theatre Liverpool (Großbritannien), Teatr Artystyczny “Głuchych Polska” Wrocław (Polen), Teatr 3 Szczecin (Polen), Tyst Teater / Riksteatern – Schwedisches Nationaltheater, Nicky Vanoppen (Belgien), VDN-Theater der Theaterfakultät DIFA der Janaček-Universität JAMU (Tschechische Republik / Slowakei), ZDGN Drama Ljubljana (Slowenien), Jolanta Znotina (Lettland).
Ein weiterer wichtiger Teil des Festivals ist die alljährliche „Europäische Theaterkonferenz“. Diese Konferenz diskutiert jedes Jahr die Entwicklung von künstlerischen Ausdrucksformen in Europa. Seit demJahr 2002 gibt es ein Netzwerk von Künstlern und Theater in Europa, organisiert von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater. Seit dem Jahr 2000 gibt es jährlich Konferenzen in Wien (zusätzlich fanden Konferenzen in Helsinki/Finnland, Berlin/Deutschland und Brno/Tschechische Republik statt).
Einige der Projekte und Produktionen des Festivals sind mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden:
EUROPÄISCHER KUNSTPREIS der The FINANCIAL TIMES (Cerec-Award) für die ARBOS-Projekte „Kar“ Musiktheater für den Berg, „Inukshuk“ das arktisch-alpine Kunst- und Theaterprojekt sowie das Konzept für ein Europäisches Gehörlosentheater.
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ Gehörlosenkindertheaterstück für gehörlose und hörende Kinder, Eltern, Verwandte und Lehrer: EUROPASIEGEL 2002 für innovative Sprachenprojekte.
„Theaterfallen in der Wiener U-Bahn“ sichtbares und unsichtbares Theater in den Stationen der U-Bahnlinien U 1, U 2, U 3, U 4 und U 6: MAECENAS-Preis 2002.
„Sprechende Hände“ Gehörlosentheaterworkshopprojekt: EUROPASIEGEL 2002 für innovative Sprachenprojekte.
„Dada in den Straßenbahnlinien 1 und 2“ sichtbares und unsichtbares Theater in den Stationen der U-Bahnlinien U 1, U 2, U 3, U 4 und U 6: MAECENAS-Preis 2002.
“Actors Award” in Moskau für den russischen Schauspieler Igor Golyak für die Festivalproduktion “Tagebuch eines Wahnsinnigen” von Nicolai Gogol” 2003.
Schauen wir weiter auf die nächsten Jahre! Und ein herzliches Dankeschön an die Stadt Wien für die freundliche Unterstützung und ein herzliches Willkommen an unseren neuen Partner, dem Wiener Theater SPIELRAUM.

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COPYRIGHT / TEXTVERSION

2017

© Copyright: VISUAL 17, das Europäische & Internationale Visuelle Theater Festival (=Europäisches & Internationales Gehörlosentheaterfestival) ist ein Originalprojekt von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater. Im Besonderen der Text zur Konzeption des Festivals und der Text über den österreichisch-jüdischen Philosophen Wilhelm Jerusalem, der auf persönlicher Forschungsarbeit des künstlerischen Leiters Herbert Gantschacher beruht. Alle Rechte gehören ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater sowie Herbert Gantschacher und Horst Dittrich. Ein Missbrauch dieser Texte durch Dritte wird gerichtlich verfolgt. Die Nutzung der Texte bedarf einer schriftlichen Zustimmung von Herbert Gantschacher und ARBOS oder Horst Dittrich (für seinen Text). Zur Textversion: Die in diesem Text verwendeten Personen- und Berufszeichnungen werden im Sinne der besseren Lesbarkeit nur in einer Form verwendet, sind aber stets gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen. Programmänderungen vorbehalten!
ARBOS – Gesellschaft für Musik & Theater, Postfach 47, A-9010 Klagenfurt
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