Krieg ist daDa
Programm 2007
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  Programm - Beschreibung

 

21. Feber – 30. Oktober 2007

Veranstaltungsorte: Arnoldstein, Kötschach-Mauthen, Nötsch, Villach,
Hallein, Salzburg (Österreich) Coccau, Tarvisio, Cave di Predil, Passo di Predil,
Doberdo (Italien) Predel, Log pod Mangartom, Kal-Koritnica, Lepena, Soča, Trenta, Mojstrovka, Vrsič-Pass, Tolmin, Nova Gorica (Slowenien) Szczecin (Polen)

neuebuehnevillach 22. – 24.Februar 20.00
„Der Tod des Empedokles“ Trauerspiel von Friedrich Hölderlin in einer Bearbeitung von Dževad Karahasan (Idee) und Herbert Gantschacher (Dramaturgie), Musik von Viktor Ullmann und Wolfgang Danzmayr
Inszenierung, Bühne und Produktion: Herbert Gantschacher - Musikalische Leitung: Wolfgang Danzmayr - Kostüme: Sanzaba Dimna - Lichtgestaltung: Bidpai
Besetzung: Empedokles: Ramesh Meyyappan - Mekades, Bürger von Agrigent: Werner Mössler - Hermokrates, Hoher Priester von Agrigent: Markus Rupert - Panthea, Frau des Empedokles: Rita Hatzmann - Delia, Schwester der Panthea: Werner Mössler - Ein Bauer: Markus Rupert - Chor der Agrigenter: Werner Mössler, Rita Hatzmann, Markus Rupert
URAUFFÜHRUNG – KÄRNTENPREMIERE

Hauptperson des Hölderlinschen Trauerspiels ist der griechische Naturphilosoph Empedokles aus Akragas (Agrigent), der um 500 v. Chr. geboren wurde und um 430 v. Chr. starb. Nach einer Legende soll er sich in den Ätna gestürzt haben.
Von der Bevölkerung Agrigents wurde Empedokles fast vergöttert. Der Philosoph jedoch lebt in seiner eigenen Welt. Der Harmonie, in der Empedokles mit der größeren Natur, mit den geschichtlich wirksamen Kräften schlechthin lebt, steht sein negatives Bild des Volkes von Agrigent entgegen, dessen Leben von unmittelbaren Alltagsbedürfnissen beherrscht wird und das keinen Blick für jene höhere Ordnung des Lebens hat. Mit der Gottverlassenheit des Volkes ist zugleich aber dessen grundsätzliche Unmündigkeit bezeichnet, wodurch es nicht in der Lage ist, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Aufgrund seiner Führungskraft im Volk gerät Empedokles in Konflikt mit den etablierten Herrschern Agrigents, allen voran dem Priester Hermokrates; er verbannt Empedokles schließlich aus der Stadt, worauf dieser zusammen mit seinem Schüler Pausanias auf den Ätna wandert und sich in den Krater stürzt.

Toihaus Salzburg 1. – 2.Juni 20.02
Herbert Thomas Mandl „Der vertagte Heldentod“
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Puppen: Burgis Paier; Besetzung: Alexander Mitterer, Rita Hatzmann und Frankie Feutl
URAUFFÜHRUNG - SALZBURGPREMIERE

Das Stück beginnt 1915 im Schützengraben an der Ostfront im Ersten Weltkrieg und führt uns 2006 in eine größere Strasse nach Prag, wo gerade eine Demonstration gegen die Globalisierung stattfindet. Der Dialog zwischen den beiden Protagonisten Eduard und Jan während der Demonstration endet folgendermaßen: „Man müsste es noch einmal wagen – und die Fehler der Vergangenheit vermeiden...Und wir haben einen neuen mächtigen Verbündeten: den internationalen Terrorismus.“

Toihaus Salzburg 6. – 7.Juni 20.02
„Woyzeck“ Dramenfragment von Georg Büchner für die Bühne bearbeitet von Dževad Karahasan
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai Musik: Faruk Figani
Besetzung: Ramesh Meyyappan (Woyzeck), Martin Strehle (Hauptmann / Budenbesitzer / Marktschreier / Alter Mann / Zweiter Handwerksbursche / Der Andere / Erste Person / Chor), Markus Rupert (Tambourmajor / Erster Handwerksbursche / Zweite Person / Chor), Rita Hatzmann (Marie / Käthe), Werner Mössler (Doktor / Unteroffizier / Andres / Wirt / Der Eine / Großmutter / Chor), Puppen (Erstes Kind / Zweites Kind / Drittes Kind / Narr Karl)
URAUFFÜHRUNG - SALZBURGPREMIERE

Der Dichter Georg Büchner hat sich in seinem Dramenfragment mit der Geschichte des „Woyzeck“ auseinandergesetzt. Die historische Figur des Christian Woyzeck machte Geschichte, weil er seine Frau scheinbar grundlos ermordete. Den Gerichtsfall „Woyzeck“ hat Georg Büchner zur Grundlage für sein unvollendet gebliebenes
Drama gemacht. Der bosnische Dichter Dževad Karahasan hat das Dramenfragment bearbeitet. Für Karahasan steht der „flexible Mensch“ im Mittelpunkt seiner dramaturgischen Fassung. „Woyzeck hat mehrere Teilzeitjobs, das geht letzten Endes nicht gut, weil er über die dafür notwendigen übermenschlichen Kräfte nie und nimmer verfügen kann“ begründet Karahasan die Aktualität seiner Bearbeitung, denn „Gerichtsbarkeit der Bühne fängt an, wo das Gebiet der weltlichen Gesetze endigt. Wenn die Gerechtigkeit für Gold verblindet, und im Solde der Laster schwelgt, wenn die Frevel der Mächtigen ihrer Ohnmacht spotten, und Menschenfurcht den Arm der Obrigkeit bindet, übernimmt die Schaubühne Schwerd und Waage, und reißt die Laster vor einen schrecklichen Richterstuhl. Das ganze Reich der Phantasie und Geschichte, Vergangenheit und Zukunft stehen ihrem Wink zu Gebot.“ (Friedrich Schiller „Das Theater als moralische Anstalt“).

Hallein Perner-Insel – Festival Hallein 22.Juni 21.00
„Das Ziel der Verschollenen“ Musiktheater von Werner Raditschnig (Musik) und Herbert Thomas Mandl (Libretto)
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Puppen: Burgis Paier; Besetzung: Christina Scherzer und Rita Hatzmann; es spielt die Purple Devil Band.
URAUFFÜHRUNG - SALZBURGPREMIERE

Ein Philosoph hat eine Möglichkeit gefunden, um Verbrechen präventiv zu bekämpfen. Die Polizei wird diese wissenschaftliche Methode prüfen. Das erste Opfer dieser Methode wird der Philosoph selbst.

neuebuehnevillach „Der Große Krieg – der letzte Sieg 1917“
SYMPOSION 28. Juni 19.00 Eröffnung

Das Jahr 1917 war im Ersten Weltkrieg das Jahr der großen Siege der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie und dem Deutschen Kaiserreich. Die k.u.k. Wehrmacht begann im oberen Isonzotal unter dem persönlichen Oberbefehl des (mittlerweile von der römisch-katholischen Kirche selig gesprochenen) österreichischen Kaisers Karl I. am 24.Oktober 1917 um 2.00 früh mit Assistenz deutscher Truppen einen Angriff mit Giftgas (Blaukreuz) gegen die italienischen Stellungen bei Bovec. Die Planung sah vor, dass die Truppen des italienischen Kaiserreichs an den Tagliamento zurückgeworfen werden sollten. Die italienische Armee und deren Führung waren vom Angriff der k.u.k. Truppen überrascht worden, obwohl Überläufer aus der österreichisch-ungarischen Armee den Italienern den geplanten Angriff verraten hatten. Italiens Armee wurde bis an die Piave zurückgedrängt. Einen anderen großen Sieg landete das Deutsch Kaiserreich auf der politischen Ebene. Im Februar 1917 war der russische Zar Nikolaus II. gestürzt worden und eine bürgerliche Regierung unter dem Ministerpräsidenten Kerenskij hatte die Regierungsgeschäfte übernommen. Russland war jedoch auf der Seite der Entente im Krieg geblieben. Die Versorgungslage in Russland war angespannt. So fasste die deutsche Heeresleitung den Plan, den Revolutionär und Bolschewiken Wladimir I. Uljanow genannt Lenin aus seinem Schweizer Exil nach Russland zu bringen. In einem versiegelten Zug fuhr Lenin von der Schweiz durch Deutschland und Schweden nach Finnland, das 1917 noch Teil des russischen Kaiserreiches war. In Tampere bezog Lenin Quartier und versprach den Finnen ihre Unabhängigkeit und dem russischen Volk das Ende des Krieges. Die Oktoberrevolution brachte Lenin 1917 an die Macht, arrangiert und finanziert vom Deutschen Kaiserreich. Ohne deutsche Unterstützung wäre die Machtergreifung Lenins in Russland unmöglich gewesen, und Lenin beendete Russlands Teilnahme am Großen Krieg. Die Mittelmächte Österreich-Ungarn und Deutschland feierten 1917 sowohl an der militärischen als auch politischen Front ihre großen Siege, jedoch hatten die Vereinigten Staaten von Amerika 1917 zuerst dem Deutschen Reich und dann auch der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie den Krieg erklärt. Diese historischen Ereignisse stehen im Zentrum der kritischen Auseinandersetzung des Symposions.

neuebuehnevillach 28.Juni 20.00
„Das Ziel der Verschollenen“ Musiktheater von Werner Raditschnig (Musik) und Herbert Thomas Mandl (Libretto)
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Puppen: Burgis Paier; Besetzung: Christina Scherzer und Rita Hatzmann; es spielt die Purple Devil Band.

neuebuehnevillach 29.Juni 10.00 – 13.00 und 15.00 – 18.00 SYMPOSION mit Vorträgen von Dr. Hubert Steiner, Marjan Bevk, Jürgen Rostock, Herbert Gantschacher, Herbert Schiller, Dr. Ingo Schultz, Barbara Sauer, Gert Kerschbaumer, Prof. Dr. Werner Wintersteiner, Ernst Heilmann, Prof. Hubert Reitterer

neuebuehnevillach 29.Juni 20.00
„Krankheit Krieg“ - (Szenen, Texte und Gedichte von Georg Trakl, Georg Heym, August Stramm, Hugo Ball, Theo van Doesburg, Paul Scheerbart und den italienischen Futuristen Marinetti, Corra, Settimelli, Cangiullo, Chiti) Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Besetzung: Alexander Mitterer, Werner Mössler und Arkadiusz Palatynski

Dieses Theaterprojekt vereinigt in einer Vorstellung künstlerische Avantgardisten, Kritiker und Opfer des Krieges. Die italienischen Futuristen verstanden sich als Avantgardisten. Sie träumten den „Traum vom künstlerischen Krieg“. Neben Kritikern des Krieges wie beispielsweise der Dichter Paul Scheerbart gab es auch die Opfer des Krieges. In diesem Theaterprojekt vertreten sind Georg Trakl mit seinem Gedicht „Grodek“ (stirbt 1914 nach der Schlacht bei Grodek) oder auch der deutsche Dichter August Stramm (starb 1915 an der russischen Front).

neuebuehnevillach 30.Juni 10.00 SYMPOSION mit Lokalaugenschein an Kriegsschauplätzen der 12. Isonzoschlacht - Coccau, Tarvisio (alter Bahnhof), Cave di Predil, Passo di Predil / Predel, Log pod Mangartom,
Kal-Koritnica, Lepena, Soča, Trenta, Vrsič-Pass (Treffpunkt: neuebuehnevillach, 30. Juni 10.00)

Klosterruine Arnoldstein 30.Juni 18.00
„Zeuge und Opfer der Apokalypse“ ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG über den Komponisten Viktor Ullmann, der im Ersten Weltkrieg an der 12. Isonzoschlacht als Artilleriebeobachter im oberen Isonzotal teilnahm (bis 30. Oktober).

Im Herbst 1917 war Viktor Ullmann mit einer Eliteeinheit der k.u.k. Wehrmacht während der 12. Isonzoschlacht als Artilleriebeobachter in den Julischen Alpen im oberen Isonzotal. Nach dieser letzten Schlacht am Isonzo, die mit einem Gasangriff begonnen hatte, war Ullmann in Barcola in der Nähe von Triest stationiert. Bislang ist ein Abschnitt im Leben des Komponisten Viktor Ullmanns von der Forschung so gut wie keine Beachtung geschenkt worden. Neueste Forschungsarbeiten weisen nun zum ersten Mal auf entscheidende Einflüsse der Kriegserlebnisse auch auf sein musikalisches Schaffen hin. Denn in seinem bekanntesten Werk, der Oper „Der Kaiser von Atlantis oder Die Todtverweigerung“, greift Ullmann auf seine Erlebnisse und Erfahrungen im Ersten Weltkrieg zurück, Textstellen im Libretto und musikalische Zitate und Strukturen beweisen dies. Dazu gibt es auch bislang nicht veröffentlichte Dokumente und Fotos zu sehen.

Klosterruine Arnoldstein 30.Juni 18.00
„Ein Lied bist du“ Kompositionen und Lieder von Viktor Ullmann geschaffen in seiner Militärzeit im Ersten Weltkrieg (Konzert zur Ausstellungseröffnung)

Im Herbst 1917 war Viktor Ullmann als Artilleriebeobachter im oberen Isonzotal während der 12. Isonzoschlacht. In der dienstfreien Zeit beschäftigte er sich intensiv mit Musik und auch eigenen Kompositionen. Diese Kompositionen sind in seinen Briefen an seine damalige Geliebte Anny Wotitz erhalten geblieben. Es handelt sich dabei um Liedkompositionen zu Gedichten von Else Lasker-Schüler oder Theodor Kramer. Diese Kompositionen stehen im Zentrum dieses Konzertes.

Nova Gorica, KULTURNO DRUŠTVO ČEDERMAC (Slowenien) 19.Juli 20.00
„Kriegswaisenkonzert“ (23. März 1918 Barcola/Triest) Programm von Viktor Ullmann mit Werken von Franz Schubert, Wolfgang A. Mozart, Jean-Baptiste Lully, Georg Friedrich Händel, Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach und Philipp Emanuel Bach mit: Annelie Gahl (Violine) und Hsin Huei Huang (Klavier)
SLOWENIENPREMIERE

Der Komponist Viktor Ullmann war Artillerist im ersten Weltkrieg. Viktor Ullmann wurde von seinem Kommandanten zum Musikoffizier in seiner Einheit ernannt. Am 23. März 1918 gab er in Barcola bei Triest ein Konzert. Konzerte dieser Art wurden meistens für wohltätige Zwecke organisiert. Das Reinerträgnis des Konzertes vom 23. März 1918 wurde den armen Kindern von Barcola und dem Invalidenfond überwiesen.

Tolmin, KULTURNO DRUŠTVO ČEDERMAC (Slowenien) 20.Juli 20.00
„Frontkonzert“ (7. März 1918 Barcola/Triest) Programm von Viktor Ullmann mit Werken von Goldmark, Schubert, Schumann, Bach, Gossec und Mozart mit: Annelie Gahl (Violine) und Hsin Huei Huang (Klavier)

Freizeitgestaltung war auch an der Front im Ersten Weltkrieg ein vom Kriegspressequartier des Armeeoberkommandos erwünschte und angeordnete Reihe von Veranstaltungen. Unter diesen Musikoffizieren finden sich auch Namen wie beispielsweise der Komponist Hans Krása. Auch Viktor Ullmann war ein solcher Musikoffizier. Für das Frontkonzert am 7. März 1918 in Barcola bei Triest hat Ullmann ein Konzertprogramm zusammengestellt mit einer Bearbeitung der Symphonie in g-Moll von Wolfgang A. Mozart für Violine und Klavier. Diese Bearbeitung dieser Mozartsymphonie hat Ullmann selbst erstellt. Da diese Ullmannsche Bearbeitung nicht mehr erhalten ist, hat nun der Salzburger Komponist Wolfgang Danzmayr die g-moll Symphonie von Mozart für Klavier und Violine bearbeitet.
Kobarid, KULTURNO DRUŠTVO ČEDERMAC (Slowenien) 21.Juli 20.00
„Kriegswaisenkonzert“ (23. März 1918 Barcola/Triest) Programm von Viktor Ullmann mit Werken von Franz Schubert, Wolfgang A. Mozart, Jean-Baptiste Lully, Georg Friedrich Händel, Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach und Philipp Emanuel Bach mit: Annelie Gahl (Violine) und Hsin Huei Huang (Klavier)

Doberdo, KULTURNO DRUŠTVO ČEDERMAC (Italien) 22.Juli 20.00
„Frontkonzert“ (7. März 1918 Barcola/Triest) Programm von Viktor Ullmann mit Werken von Goldmark, Schubert, Schumann, Bach, Gossec und Mozart (Italien - Premiere) mit: Annelie Gahl (Violine) und Hsin Huei Huang (Klavier)

Kötschach-Mauthen / Untere Valentinalm / Plöckenpass (Zufahrt Plöckenpassstrasse, Heldenfriedhof rechts)
12.August 20.30
„Krankheit Krieg“ - (Szenen, Texte und Gedichte von Georg Trakl, Georg Heym, August Stramm, Hugo Ball, Theo van Doesburg, Paul Scheerbart und den italienischen Futuristen Marinetti, Corra, Settimelli, Cangiullo, Chiti) Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Besetzung: Alexander Mitterer, Werner Mössler und Arkadiusz Palatynski

Dieses Theaterprojekt vereinigt in einer Vorstellung künstlerische Avantgardisten, Kritiker und Opfer des Krieges. Die italienischen Futuristen verstanden sich als Avantgardisten. Sie träumten den „Traum vom künstlerischen Krieg“. Neben Kritikern des Krieges wie beispielsweise der Dichter Paul Scheerbart gab es auch die Opfer des Krieges. In diesem Theaterprojekt vertreten sind Georg Trakl mit seinem Gedicht „Grodek“ (stirbt 1914 nach der Schlacht bei Grodek) oder auch der deutsche Dichter August Stramm (starb 1915 an der russischen Front).

Nötsch / Hotel Marko Gwölb 18.August 15.00 – 18.00 SYMPOSION
„Krieg. Kunst. Musik.“
Symposion mit Vorträgen von Dr. Ingo Schultz, Gerd Biegel, Barbara Sauer, Gerald Penz, Vlasta Reittererova und Herbert Gantschacher

Kunst und Musik spielten im Ersten Weltkrieg eine große Rolle. Das Armeeoberkommando hatte im Kriegspressequartier drei Abteilungen gegründet, die sich mit Kunst, Musik und Theater beschäftigten. Kriegsmaler waren an die Front abkommandiert worden, um das Kriegsgeschehen zu dokumentieren. Unter Vielzahl der Kriegsmaler waren auch Albin Egger-Lienz und Anton Kolig. Andere Künstler wiederum wurden von der Kunstabteilung des Kriegspressequartiers nicht in die Kunstgruppe der k.u.k. Wehrmacht aufgenommen wie beispielsweise Egon Schiele, dessen Gesuch um Aufnahme in die Kunstgruppe vom Kunstbeirat im Kriegspressequartier abgelehnt worden ist. Andere Künstler wiederum waren als Soldaten an der Front wie beispielsweise Sebastian Isepp, der an der Isonzofront verschüttet worden ist, dieses traumatische Kriegserlebnis war prägend für sein weiteres Leben. Komponisten wie Hans Krása, Alois Hába oder Viktor Ullmann dienten an der Front und waren gleichzeitig Musikoffiziere in ihren Kompanien und Bataillonen.

Nötsch / Hotel Marko Gwölb 18.August 20.00
„Des Kriegers Abschied“ Konzert mit Musik aus dem Ersten Weltkrieg

Im Lauf des Krieges wurde nach britischem Vorbild sowohl in Wien als auch in Budapest im Kriegsministerium Abteilungen eingerichtet, deren Ziel es war, für Unterhaltung von Soldaten an der Front zu sorgen. Es gab eine Theaterabteilung, eine Kunstabteilung und eine Musikabteilung, diese wurde in Wien von Bernhard Paumgartner und in Budapest von Bela Bártok geleitet. Des weiteren wurden bei den Truppen an der Front Musikoffiziere ernannt, die von Beruf Musiker oder Komponisten und zum Wehrdienst an der Front eingesetzt waren. Eine der Aufgaben dieser Musikoffiziere war es, Musik von der Front zu sammeln. Teile dieser Musiksammlung sowie Kompositionen von der Front sind Programm dieses Konzertes.

Nötsch / Hotel Marko Gwölb 19.August 10. – 13.00 SYMPOSION
„Krieg. Kunst. Musik.“ Fortsetzung des Symposions

Klosterruine Arnoldstein 22.August 20.00
„Woyzeck“ Dramenfragment von Georg Büchner für die Bühne bearbeitet von Dževad Karahasan
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai
Besetzung: Ramesh Meyyappan (Woyzeck), Martin Strehle (Hauptmann / Budenbesitzer / Marktschreier / Alter Mann / Zweiter Handwerksbursche / Der Andere / Erste Person / Chor), Markus Rupert (Tambourmajor / Erster Handwerksbursche / Zweite Person / Chor), Rita Hatzmann (Marie / Käthe), Werner Mössler (Doktor / Unteroffizier / Andres / Wirt / Der Eine / Großmutter / Chor), Puppen (Erstes Kind / Zweites Kind / Drittes Kind / Narr Karl)
URAUFFÜHRUNG - KÄRNTENPREMIERE

Klosterruine Arnoldstein 23.August 20.00
„Woyzeck“ Dramenfragment von Georg Büchner für die Bühne bearbeitet von Dževad Karahasan
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai
Besetzung: Ramesh Meyyappan (Woyzeck), Martin Strehle (Hauptmann / Budenbesitzer / Marktschreier / Alter Mann / Zweiter Handwerksbursche / Der Andere / Erste Person / Chor), Markus Rupert (Tambourmajor / Erster Handwerksbursche / Zweite Person / Chor), Rita Hatzmann (Marie / Käthe), Werner Mössler (Doktor / Unteroffizier / Andres / Wirt / Der Eine / Großmutter / Chor), Puppen (Erstes Kind / Zweites Kind / Drittes Kind / Narr Karl)

Klosterruine Arnoldstein 24.August 20.00
„Das Ziel der Verschollenen“ Musiktheater von Werner Raditschnig (Musik) und Herbert Thomas Mandl (Libretto)
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Puppen: Burgis Paier; Besetzung: Christina Scherzer und Rita Hatzmann; es spielt die Purple Devil Band.

Klosterruine Arnoldstein 25.August 20.00
„Manöver 2007“ Szenisches Konzert des Eisenbahnermusikvereins-Trachtenkapelle Arnoldstein mit Kompositionen von Theodor Burkali URAUFFÜHRUNG-PREMIERE
Musikalische Leitung: Alfred Schaschl, Inszenierung: Herbert Gantschacher, Raumgestaltung und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai

Militärmusikkapellen waren im Ersten Weltkrieg in kleineren Städten und Gemeinden oft die einzige Möglichkeit von Unterhaltung. Auf diese Situation greift dieses szenische Konzert zurück. In drei Abschnitten wird die Klosterruine in Arnoldstein Schauplatz des Geschehens. Der erste Teil setzt sich mit der Situation des „Tarnens und Täuschens“ auseinander, der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Themen „Exerzieren“ und im dritten Teil defiliert die Kapelle in kunstvollen Arrangements am Publikum vorbei.

Staatstheater Szczecin (Polen) 14.Oktober 20.00
„Der Ohrenzeuge“ 50 Charaktere von Elias Canetti
Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Dramaturgie: Karl Heinz Jäger; Besetzung: Alexander Mitterer, Werner Mössler, Dietmar Jäger, Harald Haslinger; Es musiziert das Elias-Canetti-Kammerensemble mit: Harald Haslinger (Klarinette, Bassklarinette, Bambusklappern) und Dietmar Jäger (Becken, Klangschale, Triangel u.a.) POLNISCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Der Literaturnobelpreisträger Elias Canetti (1905 – 1994) hat sich Zeit seines Lebens mit der Psychologie der Massen und deren Rollen beschäftigt. 1974 veröffentlicht Canetti „Der Ohrenzeuge“, in dem er fünfzig Charakteren folgende Namen gibt: „Die Königskünderin ... Der Namenslecker ... Der Unterbreiter ... Die Selbstschenkerin ... Der Hinterbringer ... Der Tränenwärmer ... Der Blinde ... Der Höherwechsler ... Die Geruchschmale ... Die Habundgut ... Der Leichenschleicher ... Der Schönheitsmolch ... Die Mannsprächtige ... Der Schadenfrische ... Die Schuldige ... Der Fehlredner ... Die Tischtuchtolle ... Der Wortfrühe ... Die Silbenreine ... Der Ohrenzeuge ... Der Ruhmprüfer ... Der Verlierer ... Die Bitterwicklerin ... Der Saus und Braus ... Die Mondkusine ... Der Heimbeißer ... Der Vermachte ... Der Tückenfänger ... Die Schadhafte ... Die Archäokratin ... Die Pferdedunkle ... Der Papiersäufer ... Die Versuchte ... Die Müde ... Der Verschlepper ... Der Demutsahne ... Die Sultansüchtige ... Die Verblümte ... Der Gottprotz ... Die Granitpflegerin ... Der Größenforscher ... Die Sternklare ... Der Heroszupfer ... Der Maestroso ... Die Geworfene ... Der Mannstolle ... Der Leidverweser ... Die Erfundene ... Der Nimmermuß.“
Die grotesken Überzeichnungen von Canetti treffen unsere heutige Lebenswelt sehr genau.

Staatstheater Szczecin (Polen) 15.Oktober 20.00
„Krankheit Krieg“ - (Szenen, Texte und Gedichte von Georg Trakl, Georg Heym, August Stramm, Hugo Ball, Theo van Doesburg, Paul Scheerbart und den italienischen Futuristen Marinetti, Corra, Settimelli, Cangiullo, Chiti) Inszenierung: Herbert Gantschacher, Bühne und Kostüme: Sanzaba Dimna, Lichtgestaltung: Bidpai, Besetzung: Alexander Mitterer, Werner Mössler und Arkadiusz Palatynski

Klosterruine Arnoldstein 30.Oktober 20.00
„Zeuge und Opfer der Apokalypse“ FINISAGE der Ausstellung über den Komponisten Viktor Ullmann, der im Ersten Weltkrieg an der letzten Isonzoschlacht als Artilleriebeobachter im oberen Isonzotal teilnahm.

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